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		<title>Facebook Open Groups &#8212; mitmachen oder nicht?</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jan 2013 18:44:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>York</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Man ahnt es schon lange: Facebook kann neidisch, depressiv und unzufrieden machen. Das hat jetzt die Humboldt-Universität zu Berlin in einer gemeinsamen wissenschaftlichen Anstrengung mit der Technischen Universität Darmstadt herausgefunden.&#8221;&#8230; So beginnt der Artikel &#8220;Spieglein, Spieglein&#8221;, den ich gerade in &#8230; <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2013/01/22/facebook-open-groups-mitmachen-oder-nicht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=312&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Man ahnt es schon lange: Facebook kann neidisch, depressiv und unzufrieden machen. Das hat jetzt die Humboldt-Universität zu Berlin in einer gemeinsamen wissenschaftlichen Anstrengung mit der Technischen Universität Darmstadt herausgefunden.&#8221;&#8230; So beginnt der Artikel &#8220;Spieglein, Spieglein&#8221;, den ich gerade in der heutigen taz gelesen habe. Mit anderem Titel, anderem Bild, mit Zwischenüberschriften und überschrieben mit &#8220;STUDIE ÜBER FACEBOOK&#8221; stand er schon gestern <a href="http://www.taz.de/!109472/">auch online</a>. Es geht da um die Wirkung von Angeber-Postings seiner Kontakte auf die eigene Psyche. Ich möchte das Thema hier nicht aufgreifen, sondern nur damit angeben, dass ich die gedruckte taz lese.</p>
<p>Im Ernst: Apropos Facebook. Es gibt im Zusammenhang mit Facebook nämlich tatsächlich ein Thema, das mich interessiert, und mit dem ich mich beschäftigt habe: Facebook Open Groups &#8212; mitmachen oder nicht? Denn manchmal überlege ich schon wirklich, ob ich bei der einen oder anderen Facebook Open Group mal mitmachen möchte, indem ich einen Beitrag, ein Bild oder einen Kommentar einstelle. Bisher habe ich da unahhängig von den Inhalten sehr große Vorbehalte, weil mir die technische Konzeption von Facebook Open Groups (ich kürze sie hier mal “FOG” ab) überhaupt nicht gefällt. Konkret missfällt mir:</p>
<p>1. Eine FOG ist nicht wirklich open, denn Beiträge und Kommentare sind im Internet nicht sichtbar. Wenn man nicht bei Facebook eingeloggt ist, sind sie komplett verborgen. Da man Dinge aber nur ganz öffentlich oder ganz gar nicht machen sollte, ist das ein absolutes No-go. In geschlossenen Datencontainern aktiv zu werden, ist immer ein großer Fehler, und Plattformen, die sich nicht ins World Wide Web integrieren (Verlinkbarkeit, Suche, usw.), ein völliges Unding.</p>
<p>2. Beiträge und Kommentare in eine FOG hustet man zwangsweise auch in die Ticker seiner Kontakte. Unabhängig davon, wie man sie in seiner Chronik plaziert (z.B. gar nicht), geht für jede Aktivität in einer FOG eine entsprechende Tickermeldung an das gesamte eigene direkte Netzwerk. Damit steht eine FOG dem Prinzip einer Themengruppe, wie es sie z.B. seit Jahrzehnten im Usenet gibt, diametral entgegen. Beiträge und Kommentare gehen primär nicht in die Gruppe, sondern in den eigenen Social Graph.</p>
<p>3. Eine FOG kann willkürlich in eine Closed Group umgewandelt werden. (Facebook-)Öffentliche Foren können also der (Facebook-)Öffentlichkeit einfach so auf einen Schlag komplett entzogen werden. Die Beiträge und Kommentare sind dann nicht einmal mehr in den Chroniken der Autoren zu sehen. Man läuft also Gefahr, irgendwann eigenen Content in einer Closed Group stehen zu haben, aus der einzelne Menschen sogar vom Lesen ausgeschlossen werden können. Facebook Closed Groups sind die ultimative Perversion des Internets. Allein die Umwandelbarkeit einer FOG ist daher ein absolutes K.O.-Kriterium für ein Mitmachen.</p>
<p>Zum Vergleich: Die technische Konzeption der Google+ Open Communites (ich kürze sie hier mal “GOC” ab), hat diese drei K.O.-Kriterien nicht. Eine GOC ist 1. immer ganz öffentlich (ohne Account im WWW sichtbar), über Beiträge und Kommentare werden 2. nur diejenigen Kontakte informiert, die selber auch in jener GOC sind, und eine GOC kann 3. nicht in eine Closed Community umgewandelt werden. Selbst einzeln aus ihr gelöschte Beiträge bleiben mitsamt Kommentaren in den Profil- und Kreise-Streams der Autoren erhalten. Hier gilt also: Öffentlich ist öffentlich und bleibt öffentlich, und aktive Benachrichtigungen sind auf den durch die Community definierten Interessiertenkreis beschränkt. (Siehe dazu auch meinen Blogeintrag <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/12/28/communities-bei-google-plus/">Communities bei Google+</a>.) Bei Google+ ist also alles besser?</p>
<p>Nein, bei Google+ ist nicht alles besser, denn ich vergleiche hier Äpfel mit Birnen. Google+ ist kein soziales Netzwerk! Die drei Aspekte, die ich oben als meine persönlichen K.O.-Kriterien für ein Mitmachen in FOGs identifiziert habe, sind Grundvoraussetzung für den Erfolg einer Plattform:</p>
<p>Zu 1.: Eine FOG gibt zu jedem Beitrag eine “Seen by”-Info, nennt also die Personen, die den Beitrag gesehen haben. Das schließt nicht nur passives Lurken aus (man befüllt immer aktiv die “Seen by”-Info), sondern macht auch transparent, wer Mitglied einer Gruppe ist, aber gar nicht reinguckt. Es ergibt sich also allein durch Surfen eine soziale Interaktion. Funktionieren kann das aber natürlich nur, wenn man zum Lesen in der Gruppe bei Facebook eingeloggt sein muss.</p>
<p>Zu 2.: Die Ticker der Kontakte, in die man seine Aktivitäten in Form von Facebook-Verben brüllt, sind das Kernmerkmal des Facebook-Erfolgs. Ein Stück Semantic Web Live. Maschinenlesbare live produzierte personenbezogene Daten, die nicht nur dem Plattformbetreiber (und damit den Geheimdiensten und der Werbeindustrie), sondern auch den eigenen Kontakten zur Verfügung stehen und gerade dadurch die soziale Vernetzung erzeugen. Post privacy statt Privacy-by-default ist der Grundstock eines jeden potentiell funktionieren könnenden sozialen Netzes. Datenschutz würde der Plattform ihren Nutzen rauben. Ihren Grundgedanken an sich.</p>
<p>Zu 3.: Die inhaltliche Ausrichtung einer Gruppe und die soziale Zusammensetzung der Mitglieder kann sich ändern. Vormals gruppenprivate Diskussionen können öffentlich werden sollen, oder umgekehrt kann eine Gruppe ihre Dinge etwas privater weitertreiben wollen. Den Bedarf, eine Gruppe zwischen Open und Closed wechseln zu können, gibt es also, und es gibt ihn unabhängig von Fragen der Nachhaltigkeit und des Datenschutzes. Nachhaltigkeit und Datenschutz sind in sozialen Netzen ohnehin grundsätzlich unmöglich. Daraus motivierte Zwänge würden demotivierend wirken.</p>
<p>Facebook ist in letzter Zeit auch in die Kritik geraten, weil es den “News Feed” so stark filtert. Der News Feed ist die größere und buntere, aber eben auch stark zensierte Ansicht des Tickers. Diese vermeintliche Zensur ist aber gerade die wichtigste Dienstleistung, die Facebook erbringt, nämlich die Relevanzfilterung. Man überträgt seine Filtersouveränität an die Plattform, um einen kompakten und interessanten individuell geschnürten Blick auf seine Filter-Bubble zu erhalten. Die Qualität dieser Filter-Algorithmen entscheiden über den Erfolg einer Plattform. Auch die Sichtbarkeit von eigenen Aktivitäten in FOGs in den News Feeds der eigenen Kontakte wird von den Filter-Algorithmen von Facebook über deren Datenprofile gesteuert. Genau dieser Kontrollverlust macht ein soziales Netzwerk aus.</p>
<p>Langer Rede kurzer Sinn: Meine Vorbehalte gegen Facebook Open Groups kommen daher, dass ich digitale Öffentlichkeit 2.0 noch nicht richtig verinnerlicht habe. Ich fühle mich immer noch und ausschließlich in der Öffentlichkeit 1.0 wohl. Google+ als Wiederkehr des Usenet, mit dem ich groß geworden bin, ist ein Beispiel für Öffentlichkeit 1.0. Genau wie das World Wide Web. Facebook als Mischung aus Internet-für-Offliner und Post-Privacy-Plattform kommt der große Verdienst zu, Menschen in breiten Massen ohne große Hemmschwelle direkt in die Öffentlichkeit 2.0 zu führen. Ich schätze, Google+ wird dem irgendwann auch hinterherlaufen, und an den einstellbaren Kreislautstärken erkennt man auch erste Funktionen eines sozialen Netzwerks: die Relevanzselektion durch Filterung.</p>
<p>Fazit: Ich also werde bei Facebook Groups vorerst nicht mitmachen &#8212; egal ob open oder closed. Einfach, weil das mein Ding nicht ist.</p>
<p>Ich mache allerdings auch schon bei dem eingangs erwähnten Spiel nicht mit, Angeber-Postings meiner Kontakte auf meine eigene Psyche wirken zu lassen. Menschen macht hauptsächlich das aus, was man von ihnen und über sie nie bei Facebook sehen wird. Warum sollte ich also das, was man dort sieht, irgendwie ernst nehmen. (Ich nehme schon genug Dinge ernst, wie man u.a. an diesem Erguss über Facebook Open Groups sieht.)</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://wolkenstich.wordpress.com/category/keine-kategorie/'>Keine Kategorie</a> Tagged: <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/datencontainer/'>Datencontainer</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/datenprofile/'>Datenprofile</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/datenschutz/'>Datenschutz</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/facebook/'>Facebook</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/filter-algorithmen/'>Filter-Algorithmen</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/filter-bubble/'>Filter-Bubble</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/filtersouveranitat/'>Filtersouveränität</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/google/'>google+</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/kontrollverlust/'>Kontrollverlust</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/nachhaltigkeit/'>Nachhaltigkeit</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/post-pricavy/'>Post-Pricavy</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/privacy-by-default/'>Privacy-by-Default</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/semantic-web/'>Semantic Web</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/soziale-interaktion/'>Soziale Interaktion</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wolkenstich.wordpress.com/312/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wolkenstich.wordpress.com/312/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=312&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Niedersachsen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 18:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>York</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
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		<description><![CDATA[Politik ist das Mitwirken an gesellschaftsverändernden Prozessen. Machtpolitik ist das Mitwirken an Mehrheitsverschiebungen in Parlamenten. Kommenden Sonntag steht wieder eine sog. &#8220;Wahl&#8221; an, von der sich so manch einer die eine oder andere Mehrheitsverschiebung erhofft. Diesmal in Niedersachsen. An Machtpolitik &#8230; <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2013/01/15/niedersachsen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=306&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Politik ist das Mitwirken an gesellschaftsverändernden Prozessen. Machtpolitik ist das Mitwirken an Mehrheitsverschiebungen in Parlamenten. Kommenden Sonntag steht wieder eine sog. &#8220;Wahl&#8221; an, von der sich so manch einer die eine oder andere Mehrheitsverschiebung erhofft. Diesmal in Niedersachsen.</p>
<p>An Machtpolitik habe ich persönlich kein Interesse und bin daher parteilos und Wechselwähler. Die Wahl der Qual bei der &#8220;Wahl&#8221; habe ich diesmal außerdem glücklicherweise nicht, da ich kein Niedersachse bin. Ich wohne im einzigen Lichtblick des tiefschwarzen Lochs Niedersachsen, also in Bremen Stadt, und kenne die geistigen Abgründe, die alle Welt Niedersachsen zuschreibt, gerade mal aus Bremerhaven.</p>
<p>Niedersachsen sei landschaftlich wunderschön, aber Hirn und Wahnsinn liegen dort bei den Menschen so dicht beieinander wie bei den Kühen, so der allgemeine Tenor. Da man bei seinen Äußerungen nicht nur auf die Semantik achten, sondern auch die Symbolik einbeziehen sollte, möchte ich mich dem des lieben Friedens willen offiziell nicht anschließen. Mir geht es hier auch gar nicht konkret um Niedersachen. Da ist nur zufällig gerade Wahl.</p>
<p>Machtpolitik verändert kurzfristige Dinge. Politik langfristige. Machtpolitik kann gar nicht langfristig wirken, weil Politik heute nicht mehr von Parteien gestaltet wird, sondern hauptsächlich außerparlamentarisch getrieben stattfindet. Oft von zunehmend unkontrollierten Regierungen und Lobbyisten &#8212; aber immer mehr auch vom gemeinen Volk. Machtpolitik nützt allein Karrieristen, und Parlamente hängen inzwischen mehr als eine Generation hinter der mentalen gesellschaftlichen Entwicklung hinterher. Im Grunde sollte man sich für so eine reine Mehrheitsverschiebungs-&#8221;Wahl&#8221; also gar nicht interessieren. Das Prinzip der parlamentarischen Demokratie an sich ist am Ende.</p>
<p>Umso belustigender ist es dennoch, die diversen Wahlempfehlungen von Leuten zur Kenntnis zu nehmen, die sonst eher richtige Politik machen, also außerparlamentarisch langfristig relevante Themen medial adressieren. Der von mir in dieser Hinsicht extrem geschätzte &#8220;Tante&#8221; beispielsweise <a href="http://tante.cc/2013/01/14/wahlempfehlung-landtagswahl-niedersachsen/">empfiehlt da auch mal was</a>. Ich verrate nicht was, frage mich aber, wie verzweifelt wohl jemand sein muss, der empfiehlt, die SPD zu wählen.</p>
<p>Ein kurzes Zitat aus dem Aufruf: &#8220;Niedersachsen ist ja mittlerweile eigentlich nur noch für Politiker, die gerne Geschenke annehmen (Wulff), Internet zensieren wollen (von der Leyen) oder offen Rassisten, Waffennarren und Antidemokraten sind (Schünemann), bekannt. Es wäre schön, wenn dieser wohl uninteressanteste Fleck Deutschlands auch medial in der Versenkung verschwinden würde, die ihm gebührt. Die schwarz-gelbe Regierung hat hier in den letzten Jahren schlecht gewirtschaftet, innenpolitisch Brandstiftung betrieben und bildungspolitisch an absurden Ideen festgehalten.&#8221; [...] Die Linkspartei (welche in Niedersachsen eher ein Zusammenschluss verwirrter Menschen mit Diskussionsniveau eines Hochschulstudierendenparlamentes ist) ist keine Option, Stimmen in die Richtung nutzen nur der CDU. Die Piraten in Niedersachsen sind vor allem ein selbstzerstörerischer Chaoshaufen, der es nicht schafft Antisemiten und Holocaustrelativierer auszuschließen und einen Esoteriker als Spitzenkandidaten ins Rennen schickt. [...] Piratenwähler und -wählerinnen: Bitte macht am Sonntag was schönes und geht nicht wählen. Danke.&#8221;</p>
<p>Tante ist eben immer wieder lesenswert. Auch wenn er wie hier mal etwas an sich Absurdes tut, nämlich eine wie auch immer schwach ausgeartete positive Erwartungshaltung in Richtung SPD zu hegen.</p>
<p>Gut dass ich am Sonntag nicht wählen muss! (Ich wüsste nicht, was.)</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://wolkenstich.wordpress.com/category/keine-kategorie/'>Keine Kategorie</a> Tagged: <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/niedersachsen/'>Niedersachsen</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/wahl/'>Wahl</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wolkenstich.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wolkenstich.wordpress.com/306/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=306&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Communities bei Google+</title>
		<link>http://wolkenstich.wordpress.com/2012/12/28/communities-bei-google-plus/</link>
		<comments>http://wolkenstich.wordpress.com/2012/12/28/communities-bei-google-plus/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Dec 2012 12:29:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>York</dc:creator>
				<category><![CDATA[Keine Kategorie]]></category>
		<category><![CDATA[Communities]]></category>
		<category><![CDATA[google+]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies wird ein Kurzbeitrag zum Thema Google+. Dort überall immer wieder groß in der Diskussion sind derzeit die beiden Meldungen &#8220;Sie können Inhalte nur mit jeweils einer Community teilen&#8221; und &#8220;Wenn Sie etwas mit Personen oder Kreisen teilen, können Sie &#8230; <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/12/28/communities-bei-google-plus/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=239&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dies wird ein Kurzbeitrag zum Thema Google+. Dort überall immer wieder groß in der Diskussion sind derzeit die beiden Meldungen</p>
<blockquote><p>&#8220;Sie können Inhalte nur mit jeweils einer Community teilen&#8221;</p></blockquote>
<p>und</p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn Sie etwas mit Personen oder Kreisen teilen, können Sie es nicht mit einer Community teilen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bisher war es nämlich so, dass die Reichweite eines Beitrags auf zwei Gruppen beschränkt war:</p>
<ul>
<ul>
<li>Die Besucher des eigenen Profils.</li>
<li>Die Personen, bei denen man in einen derjenigen ihrer Kreise hinzugefügt wurde, deren Stream sie lesen.</li>
</ul>
</ul>
<p>Nun aber sind die Communities hinzugekommen, und viele User möchten ihre Beiträge <em>zusätzlich</em> in diverse thematisch passende Communities einstellen. Das aber geht nicht. Es kann nur <em>eine</em> Community angewählt werden und die auch nur <em>anstelle</em> des Kreisestreams. Man muss sich also für <em>eine</em> der folgenden Zeilen entscheiden:</p>
<table style="border-style:none;width:100%;border-spacing:0;">
<tbody>
<tr>
<td></td>
<td>erscheint im eigenen Profil</td>
<td>erscheint im Stream von Kreisen</td>
</tr>
<tr>
<td>Beitrag mit dem Kreis &#8220;Öffentlich&#8221; teilen</td>
<td>ja</td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>Beitrag mit einer bestimmten öffentlichen Community teilen</td>
<td>ja</td>
<td>nein</td>
</tr>
<tr>
<td>Kommentar an einen öffentlichen Beitrag schreiben</td>
<td>nein</td>
<td>nein</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Es sind natürlich auch Einschränkungen (reduzierte Öffentlichkeit sowohl in Streams als auch im eigenen Profil) möglich. Beim Teilen in Kreise bestimmt man das selbst, beim Teilen in Communities bestimmt es die Community, und beim Schreiben von Kommentaren an Beiträge bestimmt es der Ort des Beitrags. (Dass eingeschränkte Öffentlichkeit in keinem Fall Sinn macht, ist eine andere Diskussion. Sichtbarkeitsbeschränkungen und deren nicht vorhandene Sinnhaftigkeit sollen hier jetzt nicht betrachtet werden.)</p>
<p>Viele User wünschen sich in den eingangs genannten Diskussionen, dass Google nachbessert und das gleichzeitige Teilen mit Kreisen und Communities bzw. mit mehreren Communities zugleich nachrüstet. Will man mit einem Beitrag nämlich z.B. seinen Kreisestream und zwei Communities füttern, so erscheint dieser derzeit dreimal im eigenen Profil. Wer das nicht will, muss Zielgruppen opfern, was als schmerzvoll empfunden wird.</p>
<p>Ich selber empfinde das nicht als schmerzvoll und halte das auch für ein ausdrücklich so gewolltes Feature von Google+. Was ich hingegen als sehr schmerzvoll empfinde, ist der drittklassige Status von Kommentaren:</p>
<ul>
<ul>
<li>Kommentare sind nicht referenzierbar. (Sie haben keinen Permalink.)</li>
<li>Kommentare sind nicht kommentierbar. (Man kann technisch keinen Bezug nehmen.)</li>
<li>Kommentare sind nicht auffindbar. (Kommentar-Aktivitäten von Personen oder in Communities werden nicht angezeigt.)</li>
<li>Kommentare haben schreckliche Folgen. (Man kriegt so lange Benachrichtigungen über Folgekommentare an dem Beitrag bis man den Beitrag ganz ausblendet und dadurch dann gar nicht mehr sieht.)</li>
</ul>
</ul>
<p>Außerdem empfinde ich es als störend</p>
<ol>
<ul>
<li><span style="line-height:16px;">dass es für das eigene Profil keinen RSS-Feed gibt (Verfolgbarkeit von außerhalb von Google+)</span></li>
<li>dass Fragmente von Beiträgen nicht mit Hyperlinks hinterlegt werden können, sondern Links als Text eingefügt werden müssen</li>
<li>dass Pingbacks &amp; Co. nicht unterstützt werden, also die Möglichkeit einer rückverfolgbaren Bezugnahme auf Blogs außerhalb von Google+</li>
</ul>
</ol>
<p>Mit diesen letzten Punkten kann ich ja noch leben, denn Google+ ist eben nicht das Internet, sondern nur <em>eine</em> Site im Internet mit <em>abgeschottetem</em> User-provided Content. Sinnvolle Beiträge gehören sowieso in ein Blog und nicht in ein soziales Netz, und Blog-Plattformen haben immer alle die genannten Features. Google+ will gar keine Blog-Plattform sein.</p>
<p>Mit dem drittklassigen Status von Kommentaren kann ich aber nicht leben, weil Google+ dadurch auch nicht wie ein soziales Netzwerk wirkt. Es wirkt wie eine Geisterstadt. Es <em>ist</em> eine Geisterstadt! Der Funktions-Wirrwarr von Kreisen, Communities und Pages (die ich hier ganz außen vor gelassen habe), macht es zudem für die meisten Menschen zunehmend unverständlich.</p>
<p>Ich fürchte, Google hat hier bei der Konzeption auf ganzer Linie versagt. Spannend finde ich es aber trotzdem immer noch und habe deshalb auch eine <a href="https://plus.google.com/communities/103188464966584743140">Bremen-Community</a> aufgemacht. Vielleicht wird&#8217;s ja was.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://wolkenstich.wordpress.com/category/keine-kategorie/'>Keine Kategorie</a> Tagged: <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/communities/'>Communities</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/google/'>google+</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wolkenstich.wordpress.com/239/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wolkenstich.wordpress.com/239/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=239&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Irgendwas mit Faulenzer-Debatte</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Dec 2012 15:36:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>York</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundeinkommen]]></category>
		<category><![CDATA[BGE]]></category>
		<category><![CDATA[Faulenzer-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz 4]]></category>
		<category><![CDATA[Heidi Ralfs]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich Alt]]></category>
		<category><![CDATA[Katja Kipping]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Söder]]></category>
		<category><![CDATA[Ralph Boes]]></category>
		<category><![CDATA[Sandra Maischberger]]></category>
		<category><![CDATA[Sanktionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Google+ weist Thomas Oberhäuser auf das Exemplar Boes bei Maischberger seiner &#8220;Lose Blätter&#8221;-Sammlung hin. Bei Sascha Liebermann findet man einen Link auf die Sendung bei Youtube. Dort habe ich die Sendung gesehen, und von Oberhäuser möchte ich ein Fragment &#8230; <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/12/12/irgendwas-mit-faulenzer-debatte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=235&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://plus.google.com/u/0/100868627826254854647/posts/hiwHXA71UdR">Bei Google+</a> weist Thomas Oberhäuser auf das Exemplar <a href="https://sites.google.com/site/loseblaetter/boes-bei-maischberger">Boes bei Maischberger</a> seiner &#8220;Lose Blätter&#8221;-Sammlung hin. <a href="http://blog.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/2012/12/06/der-geist-von-hartz-iv-bei-maischberger-und-anne-will/">Bei Sascha Liebermann</a> findet man einen Link auf die Sendung <a href="http://www.youtube.com/watch?v=PTAVqQb_Has">bei Youtube</a>. Dort habe ich die Sendung gesehen, und von Oberhäuser möchte ich ein Fragment seines Excerpts klauen, um dann daraus zu zitieren:</p>
<p><em>Ralfs: Wie kann ein Mensch den Staat erpressen. Der Ein-Euro-Jobber arbeitet nicht für einen Euro, sondern für 1000 Euro (372 +Miete+Heizung+Krankenversicherung). Ich muss 8 Stunden, 10 Stunden arbeiten gehen und der kriegt das umsonst.</em></p>
<p><em>Boes: Sobald man Menschen in sinnlose Beschäftigungsmaßnahmen zwingt, ist die Würde des Menschen außer kraft gesetzt. Jeder Hartz4-ler trifft unter der Bedrohung durch die Sanktionen seine Entscheidung.</em></p>
<p><em>Alt: Bei aller Verfassungsliebe, ich liebe meine Kunden, die arbeiten wollen. 75% unserer Kunden sagen, Arbeit ist für mich das wichtigste im Leben. Das ist unser Auftrag, für diese Menschen Arbeit zu organisieren. Herr Bös bestätigt die Vorurteile, gegen die wir händeringend kämpfen. Das Grundgesetz können sie für sich in Anspruch nehmen, Herr bös, nur nicht zulasten der Allgemeinheit. [...]</em></p>
<p><em>Söder: [...] Jeder muss seinen Beitrag im Leben erbringen. Ich will dafür nichts zahlen, wenn einer im Schneidersitz esoterisch dasitzt und philosophiert. Und ich finde es auch nicht fair, wenn man jemanden anderen zwingt, für so jemanden zu zahlen, sondern derjenige muß für sich selber arbeiten. Wenn jemand nicht mehr laufen, nicht mehr stehen kann und krank ist, dann muss geholfen werden.</em></p>
<p>(Details zur Teilnehmerliste siehe <a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/2012/wer-arbeitet-ist-der-dumme-100.html">bei daserste.de</a>.)</p>
<p>Wie man sieht, ging es nicht um das Thema Hartz 4. Was macht es mit den Menschen, die einen Rechtsanspruch darauf haben? Was macht es mit Menschen, die keinen Rechtsanspruch darauf haben? Darum ging es nicht. Es ging auch nicht um das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen, obwohl mit Boes und Kipping zwei prominente Aktivisten in der Runde vertreten waren. Es ging nur um die hunderttausendste Wiederholung der Faulenzer-Debatte.</p>
<p>Der Hauptgegenstand war das &#8220;Sanktionshungern&#8221; von Boes, eine Hungerstreik-artige Aktion, mit der Boes in der Aufmerksamkeitsökonomie erfolgreich genug war, um in einer solchen Sendung neben der obligatorischen Putzfrau sitzen zu dürfen. Betitelt als &#8220;Hartz-4-Empfänger&#8221; wurde ihm vorgeworfen, den Staat zu &#8220;erpressen&#8221; und &#8220;zulasten der Allgemeinheit&#8221; zu leben. Hart arbeitende &#8220;Ein-Euro-Jobber&#8221; würden gezwungen, &#8220;für so jemanden zu zahlen&#8221;, der &#8220;im Schneidersitz esoterisch dasitzt und philosophiert&#8221;. Boes selber kann nur völlig am Verständnis des Zuschauers vorbei gerade mal mit Begriffen wie &#8220;Zwangsarbeit&#8221; und &#8220;Würde des Menschen&#8221; kontern, während Maischberger erfolgreich darin ist, die Diskussion immer schön in der Faulenzer-Debatte drin und von Hartz-4 und BGE fern zu halten.</p>
<p>Und tatsächlich wünscht man sich als Zuschauer schon bald die Möglichkeit, den bösen Faulenzer darüber aufklären zu können, dass nicht alle Menschen ausschließlich machen können, was sie wollen. Es gibt gesamtgesellschaftlichen Bedarf an allerlei Dingen und auch Wertschöpfungsprozesse, aus denen die Mittel stammen, den Bedarf zu erfüllen. All dies ist in irgendeiner Form organisiert, und so muss eben ein jeder seinen Fähigkeiten entsprechend in Teilen fremdbestimmt an Bedarfserfüllung oder Wertschöpfung teilnehmen. Kurzum: Will man eigene Dinge bewegen, muss man sein Eigenkapital einsetzen oder sein Beziehungsnetzwerk (private Zuwendungen) oder seine Mission zum Beruf machen (z.B. mittels Sponsoring) oder eben Zeit abknapsen für Erwerbsarbeit. Man kann aber eben nur so viele sinnstiftende Dinge tun, wie man sich leisten kann, und man muss sich neben all den Ausgaben auch um sein Einkommen kümmern.</p>
<p>Das alles will man als Zuschauer loswerden, d.h. man stimmt der großen Runde zu, die hier gegen Boes aufgefahren wurde. Es ist somit eine weitere wirksame Sendung mit einem bösen &#8220;Hartz-4-Schmarotzer&#8221; im Mittelpunkt. &#8220;Herr Bös bestätigt die Vorurteile, gegen die wir händeringend kämpfen.&#8221; sagt der Arbeitsagentur-Alt, &#8220;Und ich finde es auch nicht fair, wenn man jemanden anderen zwingt, für so jemanden zu zahlen, sondern derjenige muß für sich selber arbeiten.&#8221; ergänzt der Finanzminister-Söder, der für wiederholt geäußerte massive Forderungen nach mehr Kürzungen und mehr Sanktionen bei Hartz 4 berühmt-berüchtigt geworden war und deswegen in die Runde eingeladen wurde.</p>
<p>Nun muss man sich natürlich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, sich überhaupt zu so einer Sendung zu äußern, denn das heißt ja, dass man sie irgendwie auch ernst nimmt. Gerade bei Maischberger ist das feste Sendungsformat aber, besonders extreme Klischees mit irgendwelchen Leuten zu besetzen und diese in Etappen gegeneinander vorbeireden zu lassen, wie man das vielleicht nennen könnte. Meist ist es die totale Zeitverschwendung, sich das anzutun, weil es i.d.R. nicht einmal bis zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung kommt, da in dem Format normalerweise zu viele Gesprächsteilnehmer geistig zu weit voneinander entfernt angeordnet und zu plakativ durchmoderiert werden.</p>
<p>Der Grund, warum ich mich zu dieser einen Sendung dennoch äußere, ist die politische Dimension, die hier noch darüber liegt. In einer Diktatur ist es die Funktion der Medien, dafür zu sorgen, dass die Massen die Opfer des Systems verachten und die Täter verehren. I.d.R. werden dazu einzelne Opfergruppen gegen andere Opfergruppen aufgehetzt, und es werden Alibi-Debatten geführt, um von den eigentlichen Themen abzulenken. Die Faulenzer-Debatte ist ein bisschen von beidem, und so verwundert deren tägliche Präsenz nicht. Sie lenkt ab von dem Nachdenken darüber, was Hartz 4 mit den Menschen macht, die einen Rechtsanspruch darauf haben, und was es mit Menschen macht, die keinen Rechtsanspruch darauf haben. Sie lenkt ab vom Thema Bedingungsloses Grundeinkommen und drängt es in die Ecke des Schmarotzertums.</p>
<p>Die Faulenzer-Debatte lenkt vor allen Dingen davon ab, dass es eigentlich ja so ist: Der erwerbsarbeitsverweigernde Hartz-4-Empfänger lebt gar nicht von der Leistung der Niedriglöhner, weil die i.d.R. gar keine Leistung erbringen. Sie erfüllen keinen Bedarf und schaffen keine Wertschöpfung, da sie meist sinnlos beschäftigt werden. Sie werden eingesetzt, weil sie billiger sind als Maschinen, und ihre Hauptaufgabe ist, den Druck auf noch “normale” Arbeitnehmer zu erhöhen. Der nicht erwerbsarbeitsverweigernde Hartz-4-Empfänger wiederum wird meist noch sinnloser beschäftigt, damit er gar nicht mehr auf die Füße kommt. Hartz 4 ist ein Massenverarmungsinstrument, und Hartz-4-Sanktionen sind ein Vernichtungsinstrument.</p>
<p>Was einen prominenten Grundeinkommens-Aktivisten geritten hat, sich als “Hartz-4-Empfänger” in eine Fernseh-Talkshow mit Faulenzer-Debatte zu setzen, bleibt mir schleierhaft. Aber vielleicht ist es wichtiger, überhaupt den Mut aufgebracht zu haben, sein Anliegen vorzutragen, als mit seinem Anliegen dann auch verstanden zu werden. Und wer weiß, vielleicht wurde er ja sogar verstanden. Vielleicht durchschauen mehr Menschen als man denkt die Hintergründe der kontinuierlich inszenierten Faulenzer-Debatte.</p>
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		<title>Pinterest, zum Zweiten</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Nov 2012 16:43:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>York</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute vor einem halben Jahr (2012-05-10) hatte ich in Pinterest, zum Ersten meine ersten Eindrücke zu Pinterest verbloggt. Ich hatte darin eine typisch europäische Sicht auf die Urheberrechtsproblematik eingenommen, die sich ergibt, wenn sich in einem sozialen Netzwerk gezeigte Bilder &#8230; <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/11/10/pinterest-zum-zweiten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=228&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute vor einem halben Jahr (2012-05-10) hatte ich in <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/05/10/pinterest-zum-ersten/">Pinterest, zum Ersten</a> meine ersten Eindrücke zu Pinterest verbloggt. Ich hatte darin eine typisch europäische Sicht auf die Urheberrechtsproblematik eingenommen, die sich ergibt, wenn sich in einem sozialen Netzwerk gezeigte Bilder &#8212; am Beispiel Ipernity &#8212; in ein anderes soziales Netzwerk &#8212; am Beispiel Pinterest &#8212; von dort aus herüberziehen lassen. Europäische Sicht heißt: Ich habe ein vermeintliches Problem gewälzt, das keines ist, und dabei den Begriff &#8220;geistiges Eigentum&#8221; missbraucht. Heute habe ich ein anderes weiterentwickelteres Bild von der Thematik und kann über meine damaligen ersten Eindrücke nur lächeln. Zeit also für einen Nachfolgeeintrag.</p>
<p>Jenes vermeintliche Urheberrechtsproblem ist inzwischen auch technisch angegangen worden: Die Domäne Ipernity, um die es in meinem Blogbeitrag über Pinterest wie gesagt beispielhaft ging, ist heute für Pinterest komplett gesperrt. Dafür ist über den einzelnen Bildern selber ein Button hinzugekommen, über den man von Ipernity aus ein Bild nach Pinterest pinnen kann. Diesen Button können Ipernity-User generell für ihre eigenen Bilder ausblenden. Per Default ist er erstmal da, so dass Pinterest-User nicht über Gebühr behindert werden. Wer seine Ipernity-Bilder aus Pinterest unbedingt raushalten will, kann das aber eben einstellen. Mir persönlich ist dieser vermeintliche Kompromiss im Grunde egal (Ipernity ist für die Welt nicht von Relevanz &#8212; nicht einmal wenn&#8217;s nur ums Prinzip geht), aber eigentlich sollte ich ihn nach meinem weiterentwickelten Verständnis unerträglich finden, denn hier werden total unterschiedliche Dinge völlig durcheinandergebracht:</p>
<p>1. Pinterest ist ein Werkzeug, mit dem man das Netz thematisch nach Bildern durchstöbern und diese mit Autorengruppen in Boards sammeln kann. Es ist wie alle Werkzeuge heute transparent und vernetzt einsetzbar, d.h. man hat eine assoziierte Plattform, in der man Boards suchen und folgen kann, so dass man dadurch von der Technik inhaltliche Unterstützung von Menschen vermittelt bekommt. Es entsteht also soziale Interaktion über die Netz-Öffentlichkeit und über den Fair Use von kreativem Material.</p>
<p>2. Ipernity ist eine Plattform, in der man Dokumente ablegen und bereitstellen kann. Einige werden auch inline angezeigt, z.B. Fotos und Videos, andere nur zum Download angeboten. Die Download-Buttons kann man sperren, so dass Ipernity gerne genutzt wird, um Fotos zu zeigen, die man aber nur angucken soll. (Ein großer Nutzen von Ipernity ist auch, dass man Fotos in unbegrenzter Menge als Originaldatei archivieren und auch mit einem kostenlosen Account selber wieder herunterladen kann.)</p>
<p>Kurzum: Gegen eine Nutzung von Pinterest auf den öffentlichen verkleinerten Ipernity-Fotoansichten mitsamt des inhärenten Quellnachweises durch Rückverlinkung kann man eigentlich nichts haben. Genauer gesagt: Kann man nichts haben dürfen. Das Problem ist, dass &#8220;Netz-Öffentlichkeit&#8221; und &#8220;Fair Use&#8221; für den typisch europäischen &#8220;Datenschützer&#8221; und &#8220;Geistiges-Eigentum-Schützer&#8221; ein rotes Tuch sind. Den gewaltigen Nutzen, der mit dem (ohnehin unvermeidlichen) Kontrollverlust bei Netznutzung einhergeht, nehmen sie nicht wahr. Sie kämpfen (aussichtslos) gegen den Kontrollverlust und blockieren dadurch nur den Nutzen. Sie sind das eigentliche Problem.</p>
<p>Jedenfalls ist durch nichts zu rechtfertigen, dass einzelne Domänen für Pinterest gesperrt sind. Es kann und darf nicht die Sache eines Ipernity-Users sein, darüber entscheiden zu können, ob ein Pinterest-User ein Bild, das er sehen kann, auch pinnen darf! Das &#8220;Recht auf Fair Use&#8221; ist etwas, das an urheberrechtlich geschütztem Material unbedingt mit schützenswert ist. &#8220;Datenschutz&#8221; und &#8220;geistiges Eigentum&#8221; sind insbesondere in ihrem europäischem Verständnis im Internet-Kontext schwer missbrauchte Unbegriffe. Diesbezüglich leben wir insbesondere in Frankreich und Deutschland leider in den hintersten Entwicklungsländern dieser Welt. Man schaue sich nur an, wie schwer die europäische Gesetzgebung u.a. den Nutzen einiger Dienste von Google und Facebook für die User in Europa beschädigt hat oder zu beschädigen beabsichtigt.</p>
<p>Im Grunde ist es schon witzig: Da ist die Frage, die mich vor einem halben Jahr umtrieb (darf ich fremde Ipernity-Bilder nach Pinterest übernehmen, nur weil es geht?) nun beantwortet (es geht nur noch dann, wenn ich es darf!), und nun habe ich daran auch wieder was zu meckern. Aber die Fragestellung hinter diesem Beispiel war ja auch grundsätzlicher: Wie löst man den Konflikt zwischen gebotenem Fair Use von urheberrechtlich geschütztem Material bzw. den verheerenden Implikationen von Netzüberwachung einerseits und dem Kontrollwunsch über geistiges Eigentum andererseits. Und hier muss man einfach über unvermeidlichen Kontrollverlust und die gedankliche Misskonstruktion des Begriffs geistiges Eigentum im Digitalbereich ausreichend nachdenken, um zu erkennen, dass es diesen Konflikt gar nicht wirklich gibt. Er ist gedanklich und rechtlich konstruiert, und zwar von den gleichen Köpfen, die auf so absurde Ideen wie z.B. das Leistungsschutzrecht kommen.</p>
<p>In diese Falle war auch ich bei meinem damaligen Blogeintrag gelaufen.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://wolkenstich.wordpress.com/category/keine-kategorie/'>Keine Kategorie</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wolkenstich.wordpress.com/228/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wolkenstich.wordpress.com/228/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=228&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Der Anspruch von LiquidFeedback</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Oct 2012 14:34:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>York</dc:creator>
				<category><![CDATA[Keine Kategorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich erinnere mich gerade an LiquidFeedback, kurz: LQFB. So um 2009/2010 hatte ich mich intensiv damit auseinandergesetzt. Sehr intensiv. Manchmal hat man ja so Anfälle, plötzlich nochmal mit Abstand auf irgendetwas zurückzublicken, und so habe ich gerade mal geguckt, was &#8230; <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/10/23/der-anspruch-von-liquidfeedback/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=225&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich erinnere mich gerade an LiquidFeedback, kurz: LQFB. So um 2009/2010 hatte ich mich intensiv damit auseinandergesetzt. Sehr intensiv. Manchmal hat man ja so Anfälle, plötzlich nochmal mit Abstand auf irgendetwas zurückzublicken, und so habe ich gerade mal geguckt, was heute <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=LiquidFeedback&amp;stableid=109137541">in der Wikipedia dazu steht</a>:</p>
<p>&#8220;LiquidFeedback ist eine freie Software zur politischen Meinungsbildung und Entscheidungsfindung. Das wichtigste Merkmal ist die Umsetzung des Liquid-Democracy-Ansatzes, die eine neue Form der politischen Repräsentation und Mitsprache etablieren soll. Die Grenzen zwischen repräsentativer und direkter Demokratie sind hierbei fließend. Neben der Funktion der Meinungs- und Entscheidungsfindung ist es außerdem möglich, die unterschiedlich gelagerten Kompetenzen der Teilnehmenden zu einem Thema effizient zu kanalisieren.&#8221;</p>
<p>Dies ist der Text über dem Inhaltsverzeichnis &#8212; also quasi die &#8220;tl;dr&#8221;-Zusammenfassung &#8212; und ich glaube, ich habe noch nie größeren Schwachsinn gelesen. Hier steht doch tatsächlich alles in Worte gegossen, was LQFB eben genau nicht unterstützt: Meinungsbildung, Entscheidungsfindung, Kompetenzkanalisation. Dafür ist es nicht nur nicht ausgelegt, sondern davon grenzt es sich auch bewusst und explizit ab.</p>
<p>Was es tatsächlich ist: LQFB ist ein Antragsentwicklungstool. Es unterstützt die teilnehmenden Personen bei der Formulierung eines Antrags für irgendwas.</p>
<p>Was es nicht ist: LQFB ist keine Diskussionsplattform. Es unterstützt nicht bei der Meinungsbildung der einzelnen Nutzer.</p>
<p>Was es auch nicht ist: LQFB ist kein Abstimmungstool. Es unterstützt nicht bei der Erhebung eines Meinungsbildes der Nutzergemeinschaft.</p>
<p>Die folgenden drei Dinge habe ich über LQFB in Erinnerung:</p>
<p>Die größte Schwäche des Tools: Die Trennung in die Phasen Antragsformulierung und Antragspräferenzwahl. Die Nutzung des Tools ist dadurch arbeitsintensiv, termingebunden und wasserfallartig und das Tool deshalb für die meisten Menschen unbenutzbar.</p>
<p>Weitere grundsätzliche Schwäche: Das Delegationsprinzip. Während Delegation in Entscheidungsprozessen sinnvoll ist, da sie Kompetenzbündelung fördert, ist sie bei der Antragsentwicklung fatal, weil sie Meinungspluralität unterdrückt und die Teilnehmer entwertet.</p>
<p>Der größte Knackpunkt: Die Pseudonymisierungsmöglichkeit. Die Front zwischen Aluhüten und Spackeria läuft direkt durch LQFB. Zwischen anonymer Nutzung / Datenlöschoptionen (intransparent und manipulierbar) und Klarnamenszwang / Langzeitarchivierung (politische Post-Privacy) gibt es prinzipiell nur noch wesentlich faulere Kompromisse.</p>
<p>Eingesetzt wurde LQFB damals u.a. von der Piratenpartei, die es als Werkzeug in der Praxis beproben wollte, um eines ihrer Kernthemen, nämlich Partizipation und Transparenz in der politischen Entscheidungsfindung, nicht nur in der Theorie zu adressieren. Als kollaboratives Antragserstellungstool sollte es im Zusammenspiel mit der Gesamtheit aller anderen Kommunikationswerkzeuge (Wiki, Foren, Mumble, Pads, usw.) zum Einsatz kommen und die Vorbereitung von Vorstandstagungen, Klausuren, Mitgliederversammlungen oder Parteitagen unterstützen.</p>
<p>Nie aber hatte jemand LQFB selbst als Entscheidungsfindungswerkzeug fehlgedeutet (bzw. zumindest kaum jemand) oder gar den Anspruch einer &#8220;Umsetzung des Liquid-Democracy-Ansatzes&#8221; erhoben. Das ist zwar zugegebenermaßen auf den ersten Blick verlockend, da z.B. bei dem Delegationsprinzip ja die Grundidee ist, dass man themenbereichsbezogen an unterschiedlich ausgesuchte Kompetenzen delegiert und bei einzelnen Themen, bei denen man selber kompetent ist, diese Delegation punktuell überschreibt. In der Theorie ist das tatsächlich &#8220;Kompetenzkanalisation&#8221; in der Antragserstellung, in der Praxis jedoch nur die Machtkonzentration auf Prominenz.</p>
<p>Und auch die Trennung in die Phasen Antragsformulierung und Antragspräferenzwahl ergibt auf dem ersten Blick in der zweiten Phase eine Art Abstimmung, also eine Wahl. Tatsächlich hat das Tool bzgl. &#8220;Entscheidungsfindung&#8221; aber keinerlei Legitimation jenseits der Erstellung eines Antrags, führt also nicht einmal zu einem Meinungsbild. Und erst recht führt es nicht zu &#8220;Meinungsbildung&#8221;, da es bewusst keinerlei Diskussionsmöglichkeit integriert, damit es &#8220;moderationsfrei trollresistent&#8221; funktionieren kann.</p>
<p>Im LV Berlin wurde damals die Legitimation per Satzung zu erhöhen versucht, indem eine Art Beschäftigungszwang mit dem LQFB-Output verordnet wurde. Dies sollte die Ernsthaftigkeit, mit der mit dem mit LQFB experimentiert werden sollte, verdeutlichen. LQFB selber wurde aber auch in Berlin (von den meisten) nicht als Tool zur Umsetzung des Ziels Partizipation und Transparenz in der Entscheidungsfindung verstanden, sondern auch dort nur als das, was es war: Als ausschließliches Werkzeug zur reinen Antragserstellung.</p>
<p>Insofern ist es wirklich sehr schräg, was heute dazu in der Wikipedia steht. Würde man LQFB wirklich jemals den Anspruch auferlegen, auch Meinungsbildung, Entscheidungsfindung und Kompetenzkanalisation unterstützen zu müssen, würde es elendig scheitern. Und vielleicht ist es das ja inzwischen auch, was ich aber nicht wüsste, denn ich habe das Thema seit 2009/2010 nicht weiter verfolgt. Das Thema ist es zwar wert, aber das Tool nicht. Denn letztendlich war LQFB auch bei der Antragserstellung keine wirkliche Hilfe. Und hatte keinerlei Weiterentwicklungspotential in Richtung echter Partizipationsunterstützung.</p>
<p>Das für mich spannende an diesem Rückblick ist, dass ich ein offenbar sehr negatives Bild von LiquidFeedback durch die Zeit mitgenommen habe. Das war mir damals nicht so bewusst. Vielleicht steckte ich damals einfach zu sehr im Thema drin. Abstand tut gut!</p>
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		<title>Leute, die ihre Tweets erklären. Ich.</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Oct 2012 14:47:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>York</dc:creator>
				<category><![CDATA[misslungene Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich muss nochmal auf das Thema E-Books zurückkommen, denn zu meinem Tweet Kindle-App installiert. Check. E-Book bei Amazon gekauft. Check. E-Book wird geliefert: Per Post. Ich kann die Sendung im Netz verfolgen.:-) gab&#8217;s ja hier im Blog schon die Langfassung &#8230; <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/10/19/leute-die-ihre-tweets-erklaren-ich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=221&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss nochmal auf das Thema E-Books zurückkommen, denn zu meinem <a href="https://twitter.com/nnz/status/256970436615749632">Tweet</a></p>
<blockquote><p>Kindle-App installiert. Check. E-Book bei Amazon gekauft. Check. E-Book wird geliefert: Per Post. Ich kann die Sendung im Netz verfolgen.:-)</p></blockquote>
<p>gab&#8217;s ja hier im Blog schon die Langfassung in meinem Eintrag <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/10/14/mein-erstes-ebook/">Mein erstes E-Book</a>. Meinen <a href="https://twitter.com/nnz/status/258414703867482112">Nachfolgetweet</a></p>
<blockquote><p>Segen oder Fluch? &#8220;e-books inevitably will also become fluid&#8221; #reamde #error #amazon #ebookupdate <a href="http://news.cnet.com/8301-30685_3-20113877-264/e-book-missing-content-amazon-must-do-better/">http://news.cnet.com/8301-30685_3-20113877-264/e-book-missing-content-amazon-must-do-better/</a></p></blockquote>
<p>habe ich hier aber noch nicht erklärt. Dies will ich denn also hiermit nachholen. Es begab sich wie folgt:</p>
<p>In <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/10/14/mein-erstes-ebook/#comment-34">dem Nachtrag</a> (als Kommentar) zu meinem Blogeintrag &#8220;Mein erstes E-Book&#8221; hatte ich auf <a href="https://plus.google.com/+J%C3%BCrgenKuri/posts/3qVkgWuaj1K">eine Diskussion</a> bei Google+ verlinkt, die dort gerade stattfand. Dort ging es u.a. um Langzeit-Archivierung von E-Books. Jürgen Kuri fragte &#8220;Wer garantiert mir, dass in 50 Jahren (oder von mir aus auch in 10) die Amazon-Cloud noch die von mir gekauften Bücher vorhält?&#8221;</p>
<p>Eine Antwort auf diese Frage fand ich ganz woanders, nämlich bei c|net. Dort endet <a href="http://news.cnet.com/8301-30685_3-20113877-264/e-book-missing-content-amazon-must-do-better/">ein Artikel</a> mit dem Satz &#8220;Because&#8211;just as live blogs elbow in on newspaper stories, cameras get major upgrades years after release, and software becomes a continually updated work in progress&#8211;e-books inevitably will also become fluid.&#8221; Dort wurde also davon ausgegangen, dass es in Zukunft nicht mehr immer noch überhaupt was zu archivieren gibt, weil Bücher nicht nur neu nachkommen, sondern sich viele davon dann selber auch noch ständig weiter verändern.</p>
<p>Dass diese Vision nicht dumm ist, sagt mir auch ein Gespräch, das wir gerade kürzlich beim Abendessen mit Gästen hatten. Hier wurde als größter Vorzug von E-Books genannt, dass sie nicht veralten, weil man quasi ein Abo auf dessen laufende Inhaltsaktualisierungen kauft. Zumindest bei Fachbüchern. Aber auch bei Belletristik sind Aktualisierungen völlig real, wie ich feststellen musste, als mich die taz bei der Lektüre ihrer fingerschwärzenden Print-Ausgabe <a href="http://www.taz.de/Neal-Stephensons-Buch-Error/!103662/">auf Reamde anfixte</a>, das gerade auf deutsch erschien. Ich erkundigte mich nach dessen engl. E-Book und stieß so auf den o.g. c|net-Artikel, in dem es um in der Kindle-Edition aktualisierten &#8220;missing content&#8221; von genau diesem Buch ging. Wie klein die Welt doch ist!</p>
<p>Dieses Kindle-E-Book habe ich nun übrigens zum kostenlosen Probeanlesen auf dem Handy. Gefällt es mir, kann ich es mit einem Klick für ca. 5 Euro kaufen. (Auf deutsch würde es 20 Euro kosten, was vollkommen pervers ist, wenn man bedenkt, dass man es nicht verleihen oder überhaupt weitergeben kann.) Sehr klasse finde ich auch, dass in der Kindle-App ein exzellentes Dictionary integriert ist. Mit einem Klick auf ein engl. Wort kriegt man dessen Beschreibung eingeblendet &#8212; wahlweise auf deutsch oder englisch (was ich deutlich bevorzuge, weil man die Sprache nicht verlässt). Man kann sich da kaum noch vorstellen, dass man früher ganze Wörterbuch-Wälzer mit den Urlaub genommen hatte, weil man ausgerechnet dort engl. Bücher lesen wolle. Und dann das mühsame Blättern!</p>
<p>Ok, diesen Blogeintrag muss ich nun, wie schon &#8220;Mein erstes E-Book&#8221; in der Kategorie &#8220;misslungene Texte&#8221; ablegen, denn ich habe wieder nur geplappert und nichts gesagt. Nichts zu sagen habe ich auch zu dem <a href="https://plus.google.com/u/0/105487337170766217345/posts/5bN9GRi8Vuu">Beitrag von Simona H.</a> bei Google+, die sich ebenfalls auf den nun schon zweimal von mir genannten Text von Kuri bezieht. Sie treibt jedoch eher das Problem um, dass seltene Klassiker derzeit noch kaum als E-Book zu kriegen sind. Ich kann da leider nicht helfen, zumal für mich das E-Book-Thema noch so neu ist, dass meine Gedanken dazu noch so wirr sind, wie meine Versuche, darüber zu bloggen. Und ich habe ja auch noch nicht einmal ein richtiges Lesegerät (E-Ink-Reader oder Tablet). Aber das kommt&#8230;</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://wolkenstich.wordpress.com/category/misslungene-texte/'>misslungene Texte</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wolkenstich.wordpress.com/221/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wolkenstich.wordpress.com/221/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=221&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Kacheljauche</title>
		<link>http://wolkenstich.wordpress.com/2012/10/18/kacheljauche/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Oct 2012 20:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>York</dc:creator>
				<category><![CDATA[Keine Kategorie]]></category>
		<category><![CDATA[Jauch]]></category>
		<category><![CDATA[Kachelmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle schreiben sie was über die Jauch-Sendung vom vergangenen Sonntag, in der die Kachelmanns zu Gast waren. Der Spiegel erkennt Nachgeplapperte Lügen, die taz befindet Freispruch aufgehoben, die Zeit erhebt Massive Kritik an Günther Jauch, die FAZ beschreibt die Die &#8230; <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/10/18/kacheljauche/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=217&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Alle schreiben sie was über die Jauch-Sendung vom vergangenen Sonntag, in der die Kachelmanns zu Gast waren. Der Spiegel erkennt <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/joerg-und-miriam-kachelmann-bei-guenther-jauch-a-861271.html">Nachgeplapperte Lügen</a>, die taz befindet <a href="http://www.taz.de/Kachelmann-bei-Guenther-Jauch/!103607/">Freispruch aufgehoben</a>, die Zeit erhebt <a href="http://www.zeit.de/news/2012-10/15/medien-massive-kritik-an-guenther-jauch-15145006">Massive Kritik an Günther Jauch</a>, die FAZ beschreibt die <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fernsehkritik-guenther-jauch-die-kachelmann-falle-11926274.html">Die Kachelmann-Falle</a>. Sie alle sind sich einig: Jauch habe versagt, weil sich der freigesprochene Kachelmann bei ihm erneut (von den anderen Gästen) beschuldigen lassen musste.</p>
<p>Anders tönen nur die feministischen Medien wie z.B. Emma, die mit <a href="http://www.emma.de/news-artikel-seiten/kachelmann-kranke-opferindustrie-meldet-sich-zu-wort/">&#8220;Kranke Opferindustrie&#8221; meldet sich zu Wort</a> titelt oder heute der Freitag mit <a href="http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/warum-maenner-kachelmann-widersprechen-muessen">Warum Männer Kachelmann widersprechen müssen</a>. Aber auch hier sind sich alle einig: Es gebe nur ein einziges zulässiges Problem, nämlich dass Männer Frauen vergewaltigen. Das umgekehrte, also dass Männer falsch bezichtigt werden, gebe es nicht.</p>
<p>Wir haben in den Medien nun also wieder die gleiche Situation wie damals während des Prozesses. Die einen beschreiben das Opfer Kachelmann &#8212; die anderen sagen, dass die Opfer immer Frauen sind. Und zwar gleich alle, denn wenn ein mutmaßlicher Täter wegen Mangels an Beweisen &#8220;in dubio pro reo&#8221; freigesprochen wird, dann gebe es ja noch mehr Vergewaltigungen &#8212; und vor allen Dingen mehr ungesühnte. Also müsse man im Zweifel verurteilen. Der Gesellschaft wegen.</p>
<p>Ich fand diese Polarisierung immer obszön, denn für mich gelten klare Grundsätze:</p>
<ol>
<li>Dass ein potentiell Unschuldiger verurteilt wird, muss um jeden Preis vermieden werden.</li>
<li>Wenn einer nur &#8220;in dubio pro reo&#8221; freigesprochen wird, dann ist er trotzdem als unschuldig zu betrachten.</li>
<li>Der Gegenvorwurf, dass die Anklage im Falle des &#8220;in dubio pro reo&#8221;-Freispruchs folglich zu unrecht stattgefunden hat, ist aber absolut unzulässig.</li>
</ol>
<p>Im Fall Kachelmann heißt das konkret: Aus der Unschuldsvermutung von Kachelmann (Vergewaltigung) folgt keine Schuldvermutung (Falschbezichtigung) der Nebenklägerin. Kachelmann darf sich also zu recht als unschuldig präsentieren. Es ist aber ein Skandal, wenn man ihm ein Forum bietet, in dem er der Nebenklägerin eine Falschbezichtigung unterstellen darf. Dass keine Falschbezichtigung vorliegt, ist in seinem Fall genauso erwiesen wie seine Unschuld! Es ist beides ungeklärt geblieben!</p>
<p>Jauch ist also vorzuwerfen, dass er durch das Einladen von Kachelmann den Effekt wiederholt hat, den die <a href="http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/aliceschwarzer-artikel-essays/kachelmann-propaganda-recht/">Ligitation-PR</a> im Prozess damals in der Öffentlichkeit erzeugte, nämlich die ungerechtfertigte Verurteilung der Nebenklägerin.</p>
<p>Ich bin also anderer Meinung als die oben eingangs genannten Printmedien: Das Opfer der Jauch-Sendung ist die Nebenklägerin, nicht Kachelmann.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://wolkenstich.wordpress.com/category/keine-kategorie/'>Keine Kategorie</a> Tagged: <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/jauch/'>Jauch</a>, <a href='http://wolkenstich.wordpress.com/tag/kachelmann/'>Kachelmann</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wolkenstich.wordpress.com/217/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wolkenstich.wordpress.com/217/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=217&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Mein erstes E-Book</title>
		<link>http://wolkenstich.wordpress.com/2012/10/14/mein-erstes-ebook/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Oct 2012 18:14:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>York</dc:creator>
				<category><![CDATA[misslungene Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein allererstes E-Book war sicherlich irgendwann mal ein Buch gewesen, das es im Rahmen irgendeiner Verlagsaktion irgendwo kostenlos als PDF herunterzuladen gab. Dieses Buch meine ich nicht. Ich meine irgendwas anderes. Vielleicht meine ich die erste Buch-Datei, für die ich &#8230; <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/10/14/mein-erstes-ebook/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=208&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mein allererstes E-Book war sicherlich irgendwann mal ein Buch gewesen, das es im Rahmen irgendeiner Verlagsaktion irgendwo kostenlos als PDF herunterzuladen gab. Dieses Buch meine ich nicht. Ich meine irgendwas anderes. Vielleicht meine ich die erste Buch-Datei, für die ich Geld bezahlt habe. Oder die erste Datei, die ich mit einem richtigen E-Book-Reader lesen werde. Keine Ahnung, was ich genau meine. Denn da fängt es schon an: Was ist überhaupt ein richtiger E-Book-Reader. Was ist ein E-Book?</p>
<p>Das Lesen von PDFs am Notebook war nie mein Ding gewesen. Und das Lesen von Büchern auf dem Smartphone konnte ich mir auch nicht recht vorstellen. Also habe ich mich nie wirklich für E-Books interessiert. Und mich auch nicht informiert. Vor Jahren hier oder dort mal ein Vortrag dazu auf z.B. einer Bremer Pl0gbar oder mal ein ausführlicherer Blogeintrag über das Thema. Sowas habe ich schon konsumiert. Man ist ja interessiert an diesen neuen Dingen. Es blieb aber alles ein Buch mit sieben Siegeln, weil ich für mich kein Potential einer praktischen Anwendung sah. Erst dieser Tage hat sich das geändert.</p>
<p>Es fing an mit einem Buch, das es bei Amazon nur als E-Book gab. Wahlweise im Bundle mit oder ohne zusätzliche Totholzversion. Der Bundle-Preis für das Buch wäre mir für die Totholzvariante alleine zu teuer gewesen. Der Aufpreis für die Totholzfassung war aber ok. Nur kriegte ich die eben aber nur dann, wenn ich das E-Book ebenfalls kaufte. Ein E-Book alleine zu kaufen, konnte ich noch nicht denken. Also habe ich das Bundle genommen und somit aber auch mein erstes E-Book gekauft. Anschließend habe ich beschlossen, dass es dieses erste bezahlte E-Book bis in eine Reader-App auf mein Handy schaffen muss. Dann würde ich es offiziell als mein erstes E-Book gelten lassen.</p>
<p>Weil das E-Book bei Amazon gekauft war, fand ich es erstmal naheliegend, die Kindle-App zu installieren, also den E-Book-Reader von Amazon für Android. Die App läuft über den Amazon-Account und enthält einen Bereich &#8220;Shop&#8221;, in dem an jedem Buch ein &#8220;Jetzt mit 1-Click® kaufen&#8221;-Button zu finden ist. Und dieser Button war auch aktiv, obwohl ich ihn für den Web-Shop von Amazon in den Einstellungen deaktiviert hatte. Ausprobiert hatte ich den Button mit irgendeinem Buch für 0,00 Euro: &#8220;Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Phänomenologie des Geistes&#8221;. Ein Buch von 1807. Also älter als mein Handy. Und billiger. Für das Buch habe ich dann auch eine normale Amazon-Rechnung bekommen. Nur eben über 0 Euro.</p>
<p>Nachdem ich nun also ein erstes Buch in der Kindle-App hatte, habe ich mein Handy nochmal eingehender untersucht und dabei eine vorinstallierte App namens &#8220;eBook&#8221; gefunden. Laut Info eine App von und für Kobo. Kobo ist offenbar zugleich Shop und Reader, lässt sich aber auch ohne Kobo-Account verwenden. Einige Bücher waren vorinstalliert, darunter z.B. &#8220;Lewis Caroll: Alice&#8217;s Adventures In Wonderland&#8221;, &#8220;Bram Stoker: Dracula&#8221;, &#8220;Jack London: White Fang&#8221; und &#8220;Charles Dickens: A Tale Of Two Cities&#8221;. Ich hatte also längst E-Books auf dem Handy, ohne es zu wissen. Mitsamt Reader. Aber eben nicht (bewusst) gekauft.</p>
<p>Jetzt zwischendurch ein bisschen ergoogletes Halbwissen: Die Dateiformate sind bei Amazon und Kobo offenbar unterschiedlich. Bei Amazon heißt es MOBI, bei Kobo heißt es EPUB. Mit der Windows-Software Calibre kann man E-Books aber in das jeweils andere Format konvertieren. EPUB sei das freiere Format, und überhaupt lese man das unter Android normalerweise mit Aldiko, der populärsten Reader-App in Google Play. Google Play ist der Shop von Google für Android, und auch da kriegt man E-Books. Ach ja, und Libri (ähnlich bekannter Web-Buchshop wie Amazon) hat sich umbenannt in eBook.de. Alle außer Amazon haben EPUB als Format.</p>
<p>Als nächstes habe ich mir zum Test ein Buch von Project Gutenberg heruntergeladen, also von &#8220;the first producer of free ebooks&#8221;. Nach dem Download im Android-Webbrowser wurde das EPUB automatisch in die Kobo-App importiert. Auch hier nahm ich irgendein Buch: &#8220;Honoré de Balzac: Die Frau von dreißig Jahren&#8221;. Der Charme hier ist, dass die EPUB-Datei auch als solche greifbar ist, da sie ja auch noch im Download-Ordner liegt. Das o.a. Buch im Kindle und die anderen Bücher in Kobo habe ich nicht als Datei. Muss ich mich also damit anfreunden, dass E-Books i.d.R. in irgendwelchen Shop-Clouds liegen und oft nur in die zughörigen App-Datenbanken hinein offline gesynct werden können? Dass sie damit also auch zurückgezogen, verändert oder gesperrt werden können? Dass womöglich gar die Weitergabe behindert wird?</p>
<p>Ja, das waren eben rein rhetorische Fragen. Mir ist klar, dass es Ökosysteme von DRM-geschützten Bücherwelten gibt, und dass geschlossene Shops wie Amazon das noch über das eigene Dateiformat hinaus bis in eigene Reader-Hardware ausdehnen. Mit dem Kindle geht nur Amazon, und die Bücher bleiben in der Amazon-Cloud. Man hat für nicht bei Amazon gekaufte Sachen sogar noch 5 GB eigenen Platz pro Account, in den man per individueller Mailadresse seine als Datei vorliegenden E-Books aus anderer Quelle legen kann. Meine Kindle-App zeigt diese Adresse in den Einstellungen unter &#8220;An-meinen-Kindle-senden E-Mail-Adresse&#8221; an. Ob solche geschlossenen Systeme im Buchbereich Fluch oder Segen sind &#8212; darüber habe ich noch nicht nachgedacht.</p>
<p>Aber vielleicht haben das Kathrin Passig und Sascha Lobo ja getan. Von denen ist nämlich mein o.g. erstes bezahltes E-Book: &#8220;Internet &#8212; Segen oder Fluch&#8221;. Dieses E-Book wurde dann übrigens spannenderweise per Post geliefert! Die Sendung ließ sich im Netz verfolgen, und die Zustellung erfolgte durch DHL in den Hausbriefkasten. Das E-Book als Download-Code im Schutzumschlag der Totholzfassung. URL zum abtippen. Download-Code zum abtippen. Solche Medienbrüche finde ich großartig. Insbesondere habe ich dadurch dann ja wie bei einem freien E-Book auch die EPUB-Datei in der Hand, und das nicht kopiergeschützt. Über Calibre kann ich ein Mobi erzeugen und dies per Mail in meinen Account-Bereich der Amazon-Cloud schießen, um es dann in der Kindle-App lesen zu können. Oder ich importiere das EPUB auf dem Handy in die Kobo-App und/oder probiere Aldiko.</p>
<p>Aber mal ganz im Ernst: Spaß macht das irgendwie nicht. Und natürlich finde ich solche Medienbrüche nicht wirklich großartig, sondern umständlich. Und das ist noch nicht einmal das Ende der Geschichte: Man muss sich für dieses E-Book nämlich auch noch namentlich bei Rowohlt registrieren und kriegt danach ein dann eigenes E-Book-Exemplar mit individuellem Wasserzeichen für sich generiert. Dessen Weitergabe ist rechtlich beschränkt, über das Wasserzeichen nachverfolgbar und über die Registrierung auf den Käufer zurückführbar. Angeben muss man beim Verlag nicht nur seine Daten, sondern auch eine E-Mail-Adresse, über die man das persönliche E-Book-Exemplar dann erhält. Ganz ehrlich: Dann lieber der Scheiß mit irgendeiner DRM-Cloud.</p>
<p>Na ja, ich habe den Download also gelassen und bin nun die Totholzfassung am lesen. Dieses Buch ist also doch nicht mein erstes E-Book geworden. Es gibt somit nun noch gar kein &#8220;mein erstes E-Book&#8221;. Und auch Aldiko oder Calibre probiere ich vielleicht später mal. E-Books wären zumindest ein Use Case für leichte 7&#8243;-Tablets wie das Google Nexus 7 oder das Apple iPad Mini. Also ein Grund, sich sowas endlich anzuschaffen. <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Eine gute Bekannte war allerdings gestern bei uns zu Besuch und erzählte, wie es in der Bremer Stadtbibliothek mit der E-Book-Ausleihe für sie läuft: Jedes E-Book kann immer nur einmal zur Zeit verliehen werden; es muss nach genau zwei Wochen zurückgegeben werden (bzw. wird es automatisch, wenn man das DRM nicht knackt); vorzeitige Rückgabe oder Verlängerung ist nicht möglich; und man kann sich in Wartelisten eintragen, so dass man meist schon nach ein paar Monaten eine Mail kriegt, dass das gewünschte E-Book nun (für genau zwei Wochen) verfügbar ist.</p>
<p>So also ist das: Wartelisten für E-Books in Büchereien, E-Book-Versand per Post im Buchhandel und geschlossene Systeme bis hin zu erzwungenen Endgeräten der Leser. Dazu noch totale Überwachung (wer liest wann und welche Seite wie lange), Auswertung von und Handel mit persönlichen Daten der Leser, sowie massiven Einschränkungen an der Nutzung der erworbenen Bücher, z.B. beim Privatverleih. Ich glaube, bis ich &#8220;mein erstes E-Book&#8221; tatsächlich habe, wird es also noch dauern. Aber immerhin habe ich nun schon mal zwei Reader-Apps auf dem Handy mit etlichen interessanten kostenlosen E-Books drin. Im Fazit fühlt es sich also schon jetzt mehr wie Segen an als wie Fluch. Und da geht noch was!</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://wolkenstich.wordpress.com/category/misslungene-texte/'>misslungene Texte</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wolkenstich.wordpress.com/208/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wolkenstich.wordpress.com/208/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=208&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>BGE STATT UmFAIRteilen</title>
		<link>http://wolkenstich.wordpress.com/2012/09/27/bge-statt-umfairteilen/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Sep 2012 21:16:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>York</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundeinkommen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wolkenstich.wordpress.com/?p=198</guid>
		<description><![CDATA[Ich möchte hiermit auf den bundesweiten Aktionstag &#8220;umFAIRteilen&#8221; hinweisen, der übermorgen (29.09.2012) stattfindet, und den ich ausdrücklich NICHT unterstütze. Informationen gibt es unter http://umfairteilen.de/ . Der Untertitel ist: &#8220;Reichtum besteuern&#8221;. Ich unterstütze das Ganze u.a. deshalb nicht, weil hier mit &#8230; <a href="http://wolkenstich.wordpress.com/2012/09/27/bge-statt-umfairteilen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolkenstich.wordpress.com&#038;blog=30096108&#038;post=198&#038;subd=wolkenstich&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte hiermit auf den bundesweiten Aktionstag &#8220;umFAIRteilen&#8221; hinweisen, der übermorgen (29.09.2012) stattfindet, und den ich ausdrücklich NICHT unterstütze. Informationen gibt es unter <a href="http://umfairteilen.de/">http://umfairteilen.de/</a> . Der Untertitel ist: &#8220;Reichtum besteuern&#8221;.</p>
<p>Ich unterstütze das Ganze u.a. deshalb nicht, weil hier mit Forderungen wie die einer &#8220;einmaligen Vermögensabgabe&#8221; nur die Neiddebatte geschürt wird, die letztendlich den Neoliberalen in die Hände spielt.</p>
<p>Ich bin zwar auch für eine Politik, die u.a. mit dem Instrument eines geeignet gestalteten und finanzierten Bedingungslosen Grundeinkommens neben der Aufhebung des Erwerbsarbeitszwangs auch der allgemeinen Kapitalkonzentration entgegenwirkt. Punkt. Ich möchte aber generell nicht (geistigen, sozialen oder finanziellen) Reichtum abschaffen, sondern nur die entsprechende Armut.</p>
<p>Man muss also zwar tatsächlich über konstruktive Umverteilung nachdenken. Punkt. Aber man darf keine Enteignungs-Assoziationen wecken. Ich unterstelle dem <a href="http://umfairteilen.de/start/wir/traegerkreis-umfairteilen/">Trägerkreis</a> der &#8220;umFAIRteilen&#8221;-Aktion durchaus hehre Motive und teile vermutlich auch viele der politischen Ansichten, fühle mich von der Aktion selber aber dennoch abgestoßen. Für mich ist sie zu nah dran am linken Klassenkampf, den ich zutiefst verachte.</p>
<p>Vielleicht liegt es an mir, denn ich sympathisiere auch weder mit Occupy Deutschland, noch mit Echte Demokratie Jetzt. Und das, obwohl ich durch meine Aktivitäten in der Grundeinkommensbewegung und durch meine Auseinandersetzung mit Denkern wie Erich Fromm vermutlich tiefes Verständnis für die Beweggründe, die Ziele und auch die Denkart der dort aktiven Menschen entwickelt habe. Auch mein früheres Engagement in der Piratenpartei bestätigt meine Commons-orientierte Gemeinwohl-soziale Einstellung. (Siehe <a href="http://www.ctrl-verlust.net/das-politische-denken-der-piraten/">Das politische Denken der Piraten</a> von Michael Seemann, der einige meiner Anliegen ganz gut beschreibt.)</p>
<p>Aber wie gesagt: Mit vielen Organisationen des &#8220;umFAIRteilen&#8221;-Trägerkreises bin ich in den letzten Jahren bereits positiv in Berührung geraten, die &#8220;umFAIRteilen&#8221;-Aktion selber finde ich aber widerlich. Anders als bei Occupy und EDJ, die mich in der existierenden Form einfach nur nicht interessieren, fühle ich mich von dem aktuellen Rauschen des #UmFAIRteilen-Mems im Netz regelrecht gestört und muss meine äußerste Filtersouveränität bemühen, das auszublenden. Wahrscheinlich werde ich die nächsten paar Tage gar nicht ins Netz gucken.</p>
<p>Und loswerden musste ich das auch mal. (Aber dafür habe ich ja dieses Blog.) Insbesondere stören mich diejenigen (Teil-)Aktionen, die ein &#8220;UmFAIRteilen durch ein BGE&#8221; propagieren. Ich bin eher für &#8220;BGE STATT UmFAIRteilen&#8221;, denn Politik muss man in Symbolen und in Prozessen denken, und die UmFAIRteilen-Aktion erzeugt für mich eine Symbolik, die den Prozessen in Richtung BGE-Denke in der Gesellschaft massiv entgegenwirkt.</p>
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