BGE STATT UmFAIRteilen

Ich möchte hiermit auf den bundesweiten Aktionstag „umFAIRteilen“ hinweisen, der übermorgen (29.09.2012) stattfindet, und den ich ausdrücklich NICHT unterstütze. Informationen gibt es unter http://umfairteilen.de/ . Der Untertitel ist: „Reichtum besteuern“.

Ich unterstütze das Ganze u.a. deshalb nicht, weil hier mit Forderungen wie die einer „einmaligen Vermögensabgabe“ nur die Neiddebatte geschürt wird, die letztendlich den Neoliberalen in die Hände spielt.

Ich bin zwar auch für eine Politik, die u.a. mit dem Instrument eines geeignet gestalteten und finanzierten Bedingungslosen Grundeinkommens neben der Aufhebung des Erwerbsarbeitszwangs auch der allgemeinen Kapitalkonzentration entgegenwirkt. Punkt. Ich möchte aber generell nicht (geistigen, sozialen oder finanziellen) Reichtum abschaffen, sondern nur die entsprechende Armut.

Man muss also zwar tatsächlich über konstruktive Umverteilung nachdenken. Punkt. Aber man darf keine Enteignungs-Assoziationen wecken. Ich unterstelle dem Trägerkreis der „umFAIRteilen“-Aktion durchaus hehre Motive und teile vermutlich auch viele der politischen Ansichten, fühle mich von der Aktion selber aber dennoch abgestoßen. Für mich ist sie zu nah dran am linken Klassenkampf, den ich zutiefst verachte.

Vielleicht liegt es an mir, denn ich sympathisiere auch weder mit Occupy Deutschland, noch mit Echte Demokratie Jetzt. Und das, obwohl ich durch meine Aktivitäten in der Grundeinkommensbewegung und durch meine Auseinandersetzung mit Denkern wie Erich Fromm vermutlich tiefes Verständnis für die Beweggründe, die Ziele und auch die Denkart der dort aktiven Menschen entwickelt habe. Auch mein früheres Engagement in der Piratenpartei bestätigt meine Commons-orientierte Gemeinwohl-soziale Einstellung. (Siehe Das politische Denken der Piraten von Michael Seemann, der einige meiner Anliegen ganz gut beschreibt.)

Aber wie gesagt: Mit vielen Organisationen des „umFAIRteilen“-Trägerkreises bin ich in den letzten Jahren bereits positiv in Berührung geraten, die „umFAIRteilen“-Aktion selber finde ich aber widerlich. Anders als bei Occupy und EDJ, die mich in der existierenden Form einfach nur nicht interessieren, fühle ich mich von dem aktuellen Rauschen des #UmFAIRteilen-Mems im Netz regelrecht gestört und muss meine äußerste Filtersouveränität bemühen, das auszublenden. Wahrscheinlich werde ich die nächsten paar Tage gar nicht ins Netz gucken.

Und loswerden musste ich das auch mal. (Aber dafür habe ich ja dieses Blog.) Insbesondere stören mich diejenigen (Teil-)Aktionen, die ein „UmFAIRteilen durch ein BGE“ propagieren. Ich bin eher für „BGE STATT UmFAIRteilen“, denn Politik muss man in Symbolen und in Prozessen denken, und die UmFAIRteilen-Aktion erzeugt für mich eine Symbolik, die den Prozessen in Richtung BGE-Denke in der Gesellschaft massiv entgegenwirkt.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Grundeinkommen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Leave a Comment

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s