Communities bei Google+

Dies wird ein Kurzbeitrag zum Thema Google+. Dort überall immer wieder groß in der Diskussion sind derzeit die beiden Meldungen

„Sie können Inhalte nur mit jeweils einer Community teilen“

und

„Wenn Sie etwas mit Personen oder Kreisen teilen, können Sie es nicht mit einer Community teilen.“

Bisher war es nämlich so, dass die Reichweite eines Beitrags auf zwei Gruppen beschränkt war:

    • Die Besucher des eigenen Profils.
    • Die Personen, bei denen man in einen derjenigen ihrer Kreise hinzugefügt wurde, deren Stream sie lesen.

Nun aber sind die Communities hinzugekommen, und viele User möchten ihre Beiträge zusätzlich in diverse thematisch passende Communities einstellen. Das aber geht nicht. Es kann nur eine Community angewählt werden und die auch nur anstelle des Kreisestreams. Man muss sich also für eine der folgenden Zeilen entscheiden:

erscheint im eigenen Profil erscheint im Stream von Kreisen
Beitrag mit dem Kreis „Öffentlich“ teilen ja ja
Beitrag mit einer bestimmten öffentlichen Community teilen ja nein
Kommentar an einen öffentlichen Beitrag schreiben nein nein

Es sind natürlich auch Einschränkungen (reduzierte Öffentlichkeit sowohl in Streams als auch im eigenen Profil) möglich. Beim Teilen in Kreise bestimmt man das selbst, beim Teilen in Communities bestimmt es die Community, und beim Schreiben von Kommentaren an Beiträge bestimmt es der Ort des Beitrags. (Dass eingeschränkte Öffentlichkeit in keinem Fall Sinn macht, ist eine andere Diskussion. Sichtbarkeitsbeschränkungen und deren nicht vorhandene Sinnhaftigkeit sollen hier jetzt nicht betrachtet werden.)

Viele User wünschen sich in den eingangs genannten Diskussionen, dass Google nachbessert und das gleichzeitige Teilen mit Kreisen und Communities bzw. mit mehreren Communities zugleich nachrüstet. Will man mit einem Beitrag nämlich z.B. seinen Kreisestream und zwei Communities füttern, so erscheint dieser derzeit dreimal im eigenen Profil. Wer das nicht will, muss Zielgruppen opfern, was als schmerzvoll empfunden wird.

Ich selber empfinde das nicht als schmerzvoll und halte das auch für ein ausdrücklich so gewolltes Feature von Google+. Was ich hingegen als sehr schmerzvoll empfinde, ist der drittklassige Status von Kommentaren:

    • Kommentare sind nicht referenzierbar. (Sie haben keinen Permalink.)
    • Kommentare sind nicht kommentierbar. (Man kann technisch keinen Bezug nehmen.)
    • Kommentare sind nicht auffindbar. (Kommentar-Aktivitäten von Personen oder in Communities werden nicht angezeigt.)
    • Kommentare haben schreckliche Folgen. (Man kriegt so lange Benachrichtigungen über Folgekommentare an dem Beitrag bis man den Beitrag ganz ausblendet und dadurch dann gar nicht mehr sieht.)

Außerdem empfinde ich es als störend

    • dass es für das eigene Profil keinen RSS-Feed gibt (Verfolgbarkeit von außerhalb von Google+)
    • dass Fragmente von Beiträgen nicht mit Hyperlinks hinterlegt werden können, sondern Links als Text eingefügt werden müssen
    • dass Pingbacks & Co. nicht unterstützt werden, also die Möglichkeit einer rückverfolgbaren Bezugnahme auf Blogs außerhalb von Google+

Mit diesen letzten Punkten kann ich ja noch leben, denn Google+ ist eben nicht das Internet, sondern nur eine Site im Internet mit abgeschottetem User-provided Content. Sinnvolle Beiträge gehören sowieso in ein Blog und nicht in ein soziales Netz, und Blog-Plattformen haben immer alle die genannten Features. Google+ will gar keine Blog-Plattform sein.

Mit dem drittklassigen Status von Kommentaren kann ich aber nicht leben, weil Google+ dadurch auch nicht wie ein soziales Netzwerk wirkt. Es wirkt wie eine Geisterstadt. Es ist eine Geisterstadt! Der Funktions-Wirrwarr von Kreisen, Communities und Pages (die ich hier ganz außen vor gelassen habe), macht es zudem für die meisten Menschen zunehmend unverständlich.

Ich fürchte, Google hat hier bei der Konzeption auf ganzer Linie versagt. Spannend finde ich es aber trotzdem immer noch und habe deshalb auch eine Bremen-Community aufgemacht. Vielleicht wird’s ja was.

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6 Antworten zu Communities bei Google+

  1. Pingback: Das Internet nutzen | Alpheraz Blog

  2. York schreibt:

    Kleiner Nachtrag zur Tabelle bzgl. eines Details: In der Zeile „Beitrag mit einer bestimmten öffentlichen Community teilen“ müsste in der Spalte „erscheint im Stream von Kreisen“ nicht einfach „nein“ stehen, sondern genauer „nein — es sei denn, der Eigentümer des Kreises ist selber auch Mitglied in jener Community“.

    Die Personen, bei denen man in einen derjenigen ihrer Kreise hinzugefügt wurde, deren Stream sie lesen (entweder direkt den Stream des Kreises oder über die Übersicht, sofern der Kreis nicht auf lautlos gestellt wurde), können einen Beitrag, der mit einer bestimmten Community geteilt wurde, nämlich offenbar dann doch auch im Kreisestream sehen, wenn sie selber ebenfalls Mitglied in jener Community sind.

    Andersrum formuliert: Wenn man jemanden eingekreist hat, dann sieht man dessen Beiträge in eine Community nur dann, wenn man entweder selber auch in dieser Community Mitglied ist oder wenn man gezielt auf dessen Profil schaut und von den Sichtbarkeitsbeschränkungen her diesen Beitrag in der betreffenden Community selber ebenfalls sehen dürfte.

    Dieses Community-Konzept ist also durchaus durchdacht, denn das macht ja alles absolut Sinn. Probleme haben damit nur

    – die Leute, die auf Teufel komm raus alle ihre „Follower“ über jeden ihrer Ergüsse benachrichtigen und zugleich auch noch Communities als zusätzliche Werbefläche missbrauchen wollen. Und vielleicht noch

    – die Personen, die das Kreisekonzept bisher dafür missbraucht haben, eine multiple Persönlichkeit auszuleben, indem sie ihre Beiträge mittels Sichtbarkeitsbeschränkungen auf unterschiedliche Kreise beschränkten. Die haben bei Beiträgen in Communities jetzt nämlich das Problem, dass die Sichtbarkeiten im eigenen Profil UND die Benachrichtigungen von Beiträgen an sämtliche „Follower“ nicht über Kreise gesteuert werden können.

    Leider aber gilt das „Durchdachte“ eben nur für Beiträge. Da fast alle Inhalte aber in Kommentaren stecken, ist Google+ — wie oben im Blogeintrag geschrieben — derzeit keine sinnvoll nutzbare Plattform und damit kaum konkurrenzfähig. Aus meiner Sicht ist hier der wichtiste Bereich für Nachbesserungen bzw. Weiterentwicklungen von Google+.

  3. York schreibt:

    Manueller Pingback: Zum Thema hatte ich bei Google+ auch hier und hier und hier was geschrieben (jeweils ein oder mehrere Kommentare an jene Beiträge).

  4. Pingback: Facebook Open Groups — mitmachen oder nicht? | Wolkenstich

  5. Heiko Bauriedl schreibt:

    Sehr gelungene Beschreibung. Jetzt ist mir vieles klarer geworden. Danke!

  6. Pingback: Foursquare | Wolkenstich

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