Thema gesucht

Ich könnte z.B. über meinen gestrigen Tag schreiben. Er ging gleich morgens los und nahm anschließend seinen Verlauf. Das ist zumindest, was ich sicher weiß. Dass ich mich ansonsten schon heute kaum noch an ihn erinnern kann, muss aber nicht verwundern: es war ein Sonnabend. Da lässt man schon mal einfach nur die Arbeitswoche los und hofft, es wenigstens noch bis Mitternacht zu schaffen, irgendwo irgendwas lebensmitteltechnisch einzukaufen. Das muss auch gestern so gelaufen sein, denn in meinem Portemonnaie finde ich Quittungen von Rewe (€29,10), Aldi (€42,04) und Lidl (€12,46) — alle von gestern.

Ich weiß auch noch, dass ich gestern außerdem auch auf dem Weihnachtsmarkt war, was sich nicht als gute Idee herausgestellt hat. Gestern war die Bremer Innenstadt nämlich bis 24 Uhr geöffnet und schon nachmittags angesichts stehender Menschenmassen nicht mehr begehbar. Daraus kann ich aber kein Thema ableiten (denn wenn die Leute da alle gleichzeitig hinstömen wollen, dann sollen sie es doch machen), und auch das Thema „Ladenschluss“ an sich (warum schließen Läden an anderen Tagen vor 24 Uhr? — warum dürfen sie sonntags überhaupt nicht öffnen?) drängt sich mir jetzt nicht wirklich erneut auf. In der Wikipedia steht dazu „Die Geschäfte hatten in Deutschland im 19. Jahrhundert in der Regel an sieben Tagen der Woche zwischen 5 und 23 Uhr geöffnet.“, und irgendwie ist damit alles gesagt. Wenn das mal wieder so ist, dann kaufe ich irgendwann auch mal wieder was anderes als Lebensmittel im Supermarkt.

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Bild 1 und 2: (Wenig beeindruckene) Bilder vom gestrigen Weihnachtsmarkt

Was könnte noch ein Thema sein? Der Tag gestern ging wie gesagt gleich morgens los, und zwar damit, dass mein Buch selbstständig zu leuchten anfing und leidenschaftlich darum bettelte, doch bitte nicht ausgeschaltet werden zu wollen, weil es sich gerade eine neue Betriebssystemversion aufspiele. Anschließend vermeldete es, dass man eigene Dateien und/oder erworbene Leselizenzen nun in sog. Cloud-Sammlungen gruppieren könne, um diese Sammlungen dann auch in Kindle-Apps auf anderen Geräten wiederzufinden. Man sieht hier wieder mal: auch Bücher können lügen! Auf meinem Tablet (Android 4.4) erscheinen die Gruppierungs-Informationen nämlich nicht. Und auf dem Notebook (Windows 8.1) zeigen sowohl die Classic- als auch die Modern-UI-App jeweils nicht einmal die eigenen Cloud-Dateien an! (Man kann dort seine Bücher nicht lesen, sondern nur die Texte zu den Amazon-Leselizenzen.)

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Bild 3: Man kann nun Cloud-Sammlungen anlegen. Was mir irgendwie noch fehlt, ist ein Order „zuende gelesene Bücher“…

Zum Stichwort Lesen auf Android-Geräten fällt mir noch ein, dass ich neulich getwittert hatte „And hello Immersive Mode! (Google Play Books unterstützt den auch schon.)“ Das sind (wie auch das Gruppieren von Büchern auf dem Kindle) alles so Dinge, bei denen man sich fragt, wieso es die nicht schon immer gegeben hat. Hier noch die Erklärung dazu: Die Android-Geräte konnte man bisher nicht sinnvoll quer nutzen, weil die Apps den Bildschirm nicht in voller Höhe verwenden konnten. Das geht jetzt:

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Bild 4 und 5: Amazon Kindle (links) unterstützt den Immersive Mode noch nicht. Google Play Books (rechts) schon.

Weiterer Themen-Vorschlag: Gestern in der Post (das ist das, wo hochbezahlte deutsche Beamte bei jedem Wetter ganz früh morgens physikalische Gegenstände fein säuberlich im Briefkasten ablegen) fand sich wertvolles Weiterbildungsmaterial von Kabel Deutschland. Mit HD sei „zeitversetztes Fernsehen“³ möglich, heißt es da mit ³=“Bitte beachten Sie die Hinweise in der beiliegenen Broschüre“ im Kleingedruckten. In der besagten Broschüre stand das dann relativiert, nämlich dass mit HD das Fernsehen nur „so spannend“ würde, das man einen „Video-Recorder“³ zum „zurückspulen“ brauche, der dann wiederum das zeitversetzte Fernsehen ermögliche. Das weitere ³ hier (noch kleiner und in schwach grau gedruckt) löste sich auf mit „Kopiergeschützte Sendungen können aufgrund der Zusatzanforderungen einiger Programmveranstalter nicht angehalten, gespult oder aufgenommen werden.“ Aha: Die eigentliche Botschaft ist also, dass zeitversetztes Fernsehen bei Kabel-Deutschland-HD nicht einmal mit Videorekorder geht, und das Thema hier könnte sein: Wer ist denn so gestört und kauft Inhalte bei einem Dienst, der die Betrachtungshardware zwangsweise mitliefert und über die Funktionen auf dem Gerät inhaltsspezifisch entscheiden kann? (Oops. Ich. Der Kindle. Aber bei einem Buch ist das was anderes, oder?)

Stichwort Kindle: Um nochmal den vorletzten Themen-Versuch (irgendwas mit eBooks) aufzugreifen: Jener Kindle-Paperwhite (2. Generation) vermeldete gestern im aktualisierten Benutzerhandbuch auch noch eine Goodreads-Integration (das ist eine Art soziales Netzwerk für Bücherfreunde, das Amazon kürzlich gekauft hat). Tatsächlich vorhanden ist die in Europa aber nicht, was allerdings zwar noch eine Lüge, aber wohl eher keine Tragödie ist. Ich hatte sogar bereits einen Goodreads-Account, musste beim probeweisen Ausprobieren des Goodreads-Handy-Barcode-Scanners herumlaufend in der Wohnung aber neulich feststellen, dass ich die meisten meiner Totholz-Bücher nicht mehr wiederfinden kann. Insbesondere die nicht, die ich nochmal lesen möchte. Da muss wohl mal der Dachboden gründlich durchforstet werden… (Mit eBooks wird sich dieser Art Problem übrigens auch nicht lösen. Die Langzeitarchivierung steht da zwar vor ganz anderen, aber durchaus ebenfalls vor so einigen Herausforderungen.)

Einen Letzten habe ich doch noch zu dem Thema: Neulich hat mir eine Verlegerin (sic!) auf Anfrage, ob es ihr Buch auch als eBook gebe, dies geantwortet: Grundsätzlich sei das kein Problem, denn sie könne einfach ein PDF (sic!) exportieren, aber damit es ein eBook werde, müsse (sic!) man ja noch die Adobe-DRM-Geschichte drauf anwenden, und das sei zu teuer. Ich verkneife mir da mal all die naheliegenden Kommentare, denn eigentlich ist das nur ein weiteres Beispiel für eine uralte Weisheit: Fachblindheit ist nicht, wenn man außer seiner eigenen Expertise keine hat, sondern wenn die eigene Expertise längst keine mehr ist, ohne dass man es merkt. Ein Interview mit einer Verlegerin am anderen Ende des Kompetenzspektrums war gestern in der gedruckten taz. Die letzte Frage war diese: „Geht Ihrer Meinung nach die Fähigkeit zum aufmerksamen Lesen langer Texte durch E-Books verloren?“. Spannend fand ich hier vor allen Dingen die Frage, denn die ist gar nicht so doof, wie sie klingt. Die Fähigkeit zum aufmerksamen Lesen langer Texte hängt nach meiner Erfahrung nämlich vom Lesegerät ab. Der Paperwhite hat gerade mal eine Wikipedia-Integration und einen Web-Browser. Das Tablet mit seinen Android-Apps lockt da schon mehr, zwischendurch das Buch auch mal zu verlassen.

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Bild 6 und 7: Irgendwas Indoor. Auch gestern. Ganz plötzlich war ich hier.

Weitere mögliche Themen: In der unteren Rathaushalle war gestern eine Ausstellung mit Erzeugnissen vom Martinshof. Da waren die gleichen Sachen zu sehen wie im entsprechenden Laden schräg gegenüber. Aber beides hat sich durchaus gelohnt. Und das Hochwasser war weg! Unter der Wehrbrücke über die kleine Weser war der Wasserfall wieder da, und das Wasser floss wieder in die richtige Richtung. Nicht dass ich es (außer auf Fotos) je falschrum hätte fließen sehen, aber gestern eben richtigrum. Nicht-Bremer finden diesen Absatz hier jetzt bestimmt wahnsinnig interessant, aber immerhin ist es der letzte, denn mehr hat der gestrige Tag nicht geboten und/oder an mehr kann ich mich nicht erinnern. Doch: An Pizza, aber die ist schon verdaut.

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Bild 8 und 9: Die (große) Weser gestern

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