Doctor Who

…ist eine britische Fernsehserie, die zunächst 1963 bis 1989 lief und dann seit 2005 wieder und bis heute weiter. (Dazwischen gab’s 1996 noch einen Film.) Und… sie war doch tatsächlich bisher komplett an mir vorbeigegangen. Ich hatte noch nie von ihr gehört. Und das gilt für alle ihre Elemente, inkl. der „Police Box“, deren Name TARDIS laut Wikipedia nicht nur ein registriertes Warenzeichen der BBC, sondern auch wirklich jedem Engländer bekannt sei. Offenbar bin ich also kein Engländer.

In der Tat habe ich es auch gar nicht so mit Fernsehserien. Ende der 80er hatte ich einen NTSC-Decoder in meinen Fernseher einbauen lassen und eine Zimmerantenne auf den amerikanischen Sender AFN ausgerichtet, der über die US-Kasernen abgestrahlt wurde. Dort hatte ich dann etliche Serien geguckt, aber dort liefen eben auch nur amerikanische. Und als ich dann nach ein paar Jahren wegzog (und die Amerikaner auch), war es vorbei. Hinterlassen hatte diese Erfahrung nur die strikte Unverträglichkeit meiner Psyche mit deutsch synchronisierten Serien.

Mehr als 20 Jahre später muss ich nun feststellen, dass all die anderen Verfahren, an unsynchronisierte englischsprachige Serien zu kommen, nie mein Ding wurden. Broadcast-Pay-TV? Ich wollte kein Geld zahlen, damit andere etwas NICHT sehen können. Internet-Filesharing (Usenet, Bittorrent)? Zu kompliziert und zu illegal. Medium-basierter Transport (VHS, DVD)? Mag für Filme taugen (da geht’s um „haben“ und „Ausstattung“), aber nicht für Serienfolgen (Wegwerfdaten). Und so schaute ich also gar keine Serien.

Und dann kamen die Smart-TVs und der Trend zu Server-basierten Diensten. Statt Verwaltung von Sendezeiten (Broadcast) oder Dateien (Downloads) oder Gegenständen (Blu-ray), verwaltete man nun Streaming-Lizenzen. Und konsumierte geräteübergreifend. Tatsächlich habe ich noch gar keinen Smart-TV (der Fernseher ist inzwischen flach, hat aber immer noch Zimmerantenne statt WLAN), wohl aber besitze ich z.B. Tablet und Notebook. Die Zeit war also gekommen, Streaming-Dienste auszuprobieren. Und so kam ich auf Doctor Who.

Ich wollte das Ausprobieren eigentlich mit Watchever anfangen. Das haben alle, das kann alles, und es ist ein französischer Dienst mit viel englischsprachigen Sachen. Angeblich. Ich habe den Test dieses Dienstes aber bisher verworfen, weil die Suchfunktion für Watchever-Inhalte nur für Kunden verfügbar ist. Als noch potentieller Kunde kann ich nicht vorab Einblick nehmen, was ich dort vorfinden würde. Das war für mich ein K.O.-Kriterium.

Stattdessen habe ich erstmal nur Maxdome (von ProSiebenSat.1) und Amazon Instant Video (das früher „Lovefilm“ hieß) getestet. Anders als Watchever bieten beide keine Unterstützung von Android-Tablets (nicht per App und nicht im Browser, da beide Dienste dort DRM mit Microsoft Silverlight machen, das es für Android auch nicht gibt), und es bieten beide auch keinen Offline-Modus. Ich will aber auch weder mein Tablet benutzen, noch Offline-Funktionalität haben, sondern einfach nur online im Webbrowser des Notebooks englischsprachige Serien legal und zuverlässig streamen und in guter Qualität fullscreen darstellen können. Und das bieten beide — mehr oder weniger.

Bei beiden habe ich ein kostenpflichtiges Paket abonniert, das einige Gratis-Inhalte enthält. Bei Maxdome heißt es „maxdome Paket“, bei Amazon Instant Video heißt es „Prime Instant Video“. Das Maxdome-Paket ist allerdings furchtbar, da dessen Inhalte meist nur vorübergehend verfügbar sind und dann wieder daraus verschwinden. Außerdem lassen sich nur wenige Sachen auf englisch umschalten. Prime Instant Video ist aber noch schlimmer, nämlich finsterstes Mittelalter. Hier ist alles grundsätzlich synchronisiert (kein umschaltbarer Ton), und es sind nur ganz vereinzelte Dinge zusätzlich noch einmal mit „[OV]“ im Titel eingestellt. Ich habe lange gesucht, um überhaupt irgendwas Guckbares zu finden — und stieß als bisher einziges Ergebnis auf Doctor Who (die neue Serie seit 2005), die es bei Amazon als OV gibt, bei Maxdome aber nur auf deutsch. Weshalb ich es bei Amazon gucken musste.

Ja und so kam es also, dass ich diese mir bisher unbekannte (überwiegend Science-Fiction-)Serie gefunden habe, die älter ist als Raumpatrouille (die mit Raumschiff Orion) und Star Trek (die mit Raumschiff Enterprise) — beide begannen erst drei Jahre später (1966). Und die immer noch läuft. Ob ich davon jetzt mehr als die erste Folge gucken werde, ist eine andere Frage, denn mir geht es nicht um den Konsum irgendwelcher englischsprachiger Inhalte, sondern hauptsächlich um die allgemeine Reinstallation eines Zugangs zu möglichst vielen hochwertigen englischsprachigen Serien.

Aber was muss ich dafür tun? Doch auch noch Watchever ausprobieren (hat angeblich die umfangreichste Flatrate und den höchsten Englisch-Anteil)? Oder auf Netflix Deutschland warten? Oder gar Sky Snap erwägen? Das „maxdome Paket“ und das Amazon „Prime Instant Video“ alleine sind jedenfalls keine ausreichende Lösung. Und das, obwohl ich ja erstmal so Einiges nachzuholen habe: So habe ich u.a. z.B. noch nie eine Folge Breaking Bad gesehen.

Übrigens: Was man beim Gebrauch von Streaming-Diensten auch lösen muss, ist die Frage, wie man es denn hinkriegt, dass nicht nur die Werbeindustrie und die NSA das eigene Guckverhalten beobachten können, sondern auch der Nachbar. Dazu empfiehlt sich zur Pflege eine App wie SeriesGuide zu verwenden. Diese zeigt zu einer Serie den Stand an, auf dem man steht, sowie die Inhaltsbeschreibung der nächsten Folge. Mit einem einfachen Klick auf das Häkchen kann man weiterschalten.

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Um einen App-Wechsel zu erleichtern, kann man außerdem den Dienst Trakt zum syncen über die Cloud an die jeweilige App anbinden. Als Nebeneffekt erzeugt Trakt dann auch ein öffentliches Webprofil mit dem eigenen Konsumverhalten:

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Nun braucht man eben nur noch die richtigen Streaming-Dienste, um auch alles gucken zu können, was man möchte. Leider ausgerechnet daran hapert es derzeit aber eben noch ein wenig in Deutschland. Doctor Who?

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3 Antworten zu Doctor Who

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