Irgendwascast

Heute morgen im Bett war plötzlich Sonnabend, und so blieb ich liegen und las eifrig in Feedly, Flipboard und anderen Lektüre-Apps, darunter auch in Google Play bei den App-Kommentaren. Und dort u.a. bei Watchever. Watchever ist ein Streaming-Dienst für Fernsehserien und Kinofilme, den ich hier im Blog schon mal erwähnt hatte. U.a. weil mir die Werbung zu aggressiv war und ist (bei mir zeigt fast jede Webseite Watchever-Reklame), habe ich ihn nie selber ausprobiert. Umso mehr interessiert mich die Bewertung anderer. Und am 18. März erschien eben eine neue Version der Android-App.

Ein paar Tage davor erschien auch die Maxdome-App für Android, die sogar brauchbar ist. Man hat Zugriff auf seine Merkliste und Historie, kann in der Suche nach Originalsprache filtern, kann in Serien navigieren und auch längere Filme unterbrechungs- und ruckelfrei in HD schauen. Zuletzt wieder gestern abend habe ich mich dabei erwischt, einen kompletten Bruce-Willis-Film lieber auf dem Nexus 7 (mit Ohrhörern) als auf dem Samsung ATIV Book (mit dem großen PLS-Panel-Display) zu schauen. Vielleicht war es aber auch nur der Wunsch nach Abwechslung, der mich trieb.

Abwechslung ist das Stichwort, denn wo Streaming bei mir noch nie lief, ist auf dem Fernseher. Dort schaute ich bisher immer nur DVDs (man kann sie dort seitlich reinschieben). Wie schon erwähnt ist es nämlich kein Smart-TV (und auch schon 6 Jahre alt) und war das mit Abstand billigste der Geräte. Dennoch gibt es ja Lösungen, Notebook oder Tablet kabellos anzuschließen. Nur welche? Es ist also an der Zeit, mal wieder kräftig zu googeln, und die eingesammelten Mutmaßungen und Spekulationen zu gefährlichem Halbwissen zu verbinden. Zwei Stichworte („Miracast“ und „Chromecast“) habe ich aus der c’t (die man heutzutage ja wieder liest, seit sie als Daten einer Android-App kommt):

ChromecastMiracast

Ich habe das so verstanden:

  • Miracast ist offenbar WiFi-Direct-basiertes Peer-to-Peer-Streaming zwischen Geräten, d.h. es braucht kein WLAN. Dafür braucht man sehr aktuelle Hardware. Samsung AllShare ist z.B. ein Steuerungsprotokoll zwischen Samsung-Geräten, die dann aber immer alle auch Miracast implementieren und so Geräte anderer Hersteller einbeziehen können. Für ältere Fernseher gibt es externe Miracast-Adapter.
  • Chromecast ist ein völlig anderes Konzept. Wie ein Miracast-Adapter wird es an den HDMI- und (für Energieversorgung) den USB-Anschluss des Fernsehers angeschlossen, braucht aber WLAN und streamt direkt aus dem Internet, also eben nicht zwischen den Geräten. Gesteuert werden kann es nur über Apps (oder Webportale), die die Chromecast-API unterstützen und über diese dem Chromecast den Link zu den Daten vermitteln, die auf den Fernseher zu streamen sind.

Eine dritte Möglichkeit ist natürlich eine kabelgebundene Anbindung, z.B. vom Tablet über den MicroUSB-Anschluss, über den dieses auch aufgeladen wird. Laut dem c’t-Artikel (siehe Bild) gibt es hier mit MHL und Slimport zwar zueinander inkompatible HDMI-basierte Signaltypen, was aber nur einmalig beim Kauf des Adapters zu beachten ist.

Und damit komme ich zurück zu den eingangs erwähnten Kommentaren zur aktualisierten Watchever-App. Die behaupten nämlich, dass die App seit jenem Update nun bei kabelgebundener Anbindung grundsätzlich den Dienst verweigert. Als Ersatz werde erstmalig Chromecast unterstützt. Wer also eine Android-Box für Watchever gekauft hat (oder ein HDMI-Kabel oder einen MHL- oder Slimport-Adapter), kann das alles nun in die Rundablage einpflegen.

Wie das bzgl. Kabelverbindung bei Maxdome ist, weiß ich nicht, aber deren App hat ihr angekündigtes Update auf Chromecast-Unterstützung auch noch nicht bekommen. Es ist dem Vernehmen allerdings nach wohl relativ zeitnah davon auszugehen. Ebenfalls für dieses Jahr erwartet wird auch die 4. Generation von Apple TV, mit der Apple ebendieses vom Status Hobby auf einen soliden Geschäftszweig hieven will. Was das genau ist und wie es in die hier dargestellte Technik-Landschaft passt, habe ich nicht recherchiert.

Viel wichtiger als Technik sind sowieso die Inhalte. Hoffentlich ebenfalls dieses Jahr wird Netflix nach Deutschland kommen, das vielleicht endlich die Alternative zu Maxdome sein wird, die Watchever zu sein nicht schafft. Die Kommentare zur letzten Watchever-App-Aktualisierung sind jedenfalls auch jenseits des eingeführten Kabelverbindungsverbots absolut vernichtend. Extrem instabil und buggy sei es, und von „Ruckelorgie auf dem Nexus 7“ ist auch die Rede. In meiner Entscheidung gegen Watchever werde ich also immer wieder bestätigt.

Die Entscheidung für einen Chromecast steht aber noch an…

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3 Antworten zu Irgendwascast

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